Die Meyerei Ensheim.
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im Besitze der Fabrikanten Herren Gebrüder Adt, welche die ursprüuglichen
(Gebäude durch viele Neubauten weiter ausdehnten und dieselben zum Be—
triebe der Dosenindustrie einrichteten.
Die sogenannte Gassenmühle bei Ensheim, die klösterlich Wadgasser
Bannmühle, ist die eigentliche und älteste Geburtsstätte der Dosenmacherei
und der jetzigen Gebrüder Adtschen Industrie. Um das Jahr 1739 war
diese Muͤhle vom Kloster dem Mathias Adt als Erbpächter verlassen.
Dieser war es, welcher sich in unserer Gegend zuerst damit befaßte,
Dosen in Holz zu schnitzen. Abnehmer seiner Dosen waren ursprünglich
die Herren Fratres von Wadgassen, welche sodann durch Empfehlung der—
selben in ihrem großen Bekanutenkreise sowohl in Klöstern als unter Laien
auf einen flotten Absatz hinwirkten. Die Schnupfer naunten die Dosen bald
Müllerdosen, bald Klosterdosen, jenachdem man damit den Ort der Entstehung
oder den Ort der ursprünglichen Verwendung bezeichnen wollte. Durch den
Abt von Wadgassen kam der Erbpachtsmüller Matthias Adt bald darauf, die
um dieselbe Zeit von Martin in Paris erfundene Papierdose nachzuahmen.
Unter dem Beistande des Klosters entwickelte sich die Papierdosen-Industrie
auf der Gassenmühle fröhlich weiter; sie wurde bald eine Quelle des Wohl⸗
standes für viele, und bedeutende Handelsfirmen bemächtigten sich ihrer
Erzeugnisse. Der Abt Peter Schmitt von Wadgassen (1778 —1783) richtete
sodann in einer Räumlichkeit der weitläufigen Propstei Ensheim Werk—
stätten für den Betrieb der Dosenmacherei, eine Fabrik ein und stattete
dieselbe mit allen Erfordernissen zu einem flotten Betriebe derselben aus.
Als Leiter seiner Fabrik bestellte der Abt den Sohn des Matthias Adt,
Joh. Peter Adt, und einen seiner Brüder als seinen Gehilfen und Stell—
bertreter. Leider aber war ein Teil des Convents zu Wadgassen diesem
Unternehmen nicht günstig gesinnt; man warf dem Abt vor, als bevorzuge
er die Ensheimer Unterthanen viel zu viel und verschwende damit die
klösterlichen Einkünfte. Nach dem Tode dieses Abtes ging daher das
Wadgasser Unternehmen in Ensheim zugrunde. Aber trosdem erhielt sich
die Kunst der Dosenmacherei in Ensheim vorläufig als Hausindustrie.
Joh. Peter Adt, der gewesene Leiter der Klosterfabrik, ging jedoch bald
wieder zum fabrikmäßigen Betriebe über, wozu er sein Haus auf dem
Backfelde einrichtete.
Unter dem Einflusse der Revolution entwickelte sich die Dosenindustrie
in Ensheim, einige Betriebsstörungen abgerechnet, recht günstig. Am 18.
März 1826 erwarb Peter Adt III. die ehemalige Wadgassische Propstei
zu Eusheim von Jacob Hayer in Saargemünd und richtete sie wieder zur
Dosenfabrikation ein. Die Wadgasser Gebäude sind noch größtenteils
erhalten. Ein Teil hingegen wurde umgebaut und durch viele Neubauten
und ausgedehnte Fabrikanlagen vermehrt. Ensheim zählt gegenwärtig
gegen 2000 Einwohner.
Bevor die Kirche nach dem Pfarrhause hin verlängert wurde, bestand
an deren Giebelseite ein eingemauerter Platz. Hier stand noch im Jahre
1834 die alte, ehrwürdige Dorf- oder Gerichtslinde und in deren Schatten
das steinerne Bildnis des Gekreuzigten. Hier wurden die Jahrgedinge
abgehalten und die Schöffenweistümer und Verordnungen verlesen, hier
versammelte sich die Gemeinde zu den öffentlichen Beratungen und bis
gegen 1700 fanden auch die Gerichtssitzungen hier im Freien statt. —