Full text : Geschichte der Abtei Wadgassen

Spiesen und Neunkirchen.

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zu Saarbrücken Diener des Ehrwürdigen Herrn Kilians Heylmanun Apt des Gotts—
haus zu Wadgassen und Wendelin, Schaffner und Diener der Erwürdißen Frauen
Margaretha von Kerpen, Aptissin Sanct Terentius (zu Neumünster) welche Probst
und Schaffner ehegenannt durch sonderlich entpfuln beider ihrer Herrschaften Apt
und Aptissin auch ihrer Conventualen haben ein frey offen Jahrgeding zu Spiessen
gehalten in allermassen Formen und Gestalt, wie denn sollichs mit Recht den Gottes—
häusern Wadgassen und Nenumünster zugehört.
1.) Zum ersten hat beider Gotteshäuser Meyer des Gerichts zu Spiessen Cas—
par mit Namen genannt uf der gethauen Aydt-Pflicht errinnert die drei Scheffen
ehegenaunts Gerichts deren Namen hernach folgt:
Der Erst Flucken Petgin, der Ander Mayers Hensell, der dritte genandt Mayers
Thomas, ob es Zeitt, Stundt und Tag sei, das mein Herr Apt von Wadgassen und
neine Frau Aptissin zu Neumünster Ihre Jahrgeding zu Spiessen besitzen und hal—
ten sollen.
Darauf Flucken Petgin vor sein u. s. Mitgesellen Antwort sprach also: Welche Zeit
—
2.) Darnach ist der Scheffen beladen worden, wie und was massen soliche Jar—
ding ein Aufang haben sollen, auf das Niemands verzurt und rechtlos pleib. Dar—
auf hat der Schöffen gewiesen, das ein Mayer des Herrn vorgenannt soll
rufen und vordern alle und Jegliche mit ihrem eigenen Namen, welche in das Jar—
geding verbundlichen Schafft, Gult und Raath bei Herrn Apt und Aptissin zu ge—
hen schuldig sein, und so eiuer ungehorsam erfunden werde, deun haben sie in die
Buß verweiset, es were daun, des redlihe Eutschuldnus od. Ursache der Anzeigen
macht der sei der Buß endtreten.
3.) Zum Dritten hat der Scheffen gewiesen, man soll das Jargeding lennen,
frieden gepieten zu halten, zu dem Ersten, zweyten und zum dritten, das niemand
dem andern in sein Red trage, hinderlich sey mit Worten oder Werken auf Straf
der Busen. Solche Lendung und Gepot soll thun ein Meyer mit Recht und eines
Probsts Erlaubnuß heischen anzuheben also: Im Namen Gott des Vaters und des
Sohnes und des heiligen Geiste. In Ehreu unser lJ. Frauen sant Christoffels und
Sant Barbara, eines Abts und Couvents zu Wadgassen, auch in Ehre des heiligen
Bischofs Sanct Terentius, einer Aptissin und ganzen Convents zu Neumünster, eines
Probsts zu Sarprücken, eines Schaffners, eines Meyers, beider Herrn und ganzer
Gemein zu Spiesen, sprechen und gepieten ich Bann u. Fried Allen und Jeglichen
welche in diese frey und offen Jargediug pflicht seindt zu erscheinen. Das niemands
uberbracht Gewaldt, Frevel, Zank oder Hader bestand anzufangen, kheiner dem An—
dern sein Statt, Platz oder Sesse besitz, in sein Wordt und Rede trage überlist ig
zankisch Handel erzeig auf Straf der Bussen.
4.) Darnach hat der Scheffen gewiesen, man soll den Bann und Bezirk des
Gerichts zu Spiessen brieffen und ausweisen, sollichs soll und gepürt zu thun dem
Scheffen wie hernach folgt: (Folgt die Bestimmung der Banngrenze).
Da nun solcher Bezirk und Beriß von dem Scheffen also lehrlichen ausgewiesen
aud ausgesprochen, von Mark zu Mark, hat der Meyer gefragt:
5.) Wer in dem jetzt genannten Bann und Bezirke die hohe Obrigkeit und als
ein oberster Herr zu herrschen habe und erkannt werde? — Auf diese Frag hat der
Scheffen Antwort geben das in ehegenanntem Dorf Spiessen und in seinen Zugehöri⸗
zen gethanen Bezirk mit Recht ein Apt des Gotteshauss in Wadtgassen drey Theil
und ein Eptissirin zu Newmünster das vierte Theil aller Obrigkeit und Gerechtig—
keit habe, Hoch und Nieder, groß und klein, Bot und Verbott, Bann und Mann,
            
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