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D. Die Herrschaft Wadgassen.
Allda hat die Abtei Wadgassen einen eigenen Hof, Schäferei und Mahlmühle
drei Weiher und cinen Wald, Laugbösch genaunnt. Die verschiedenen Gerechtsame von
diesen sind weitläufiger zu sehen in den Heberegistern de anno 1692 — 96, 1736 u. 76.
Der Hof ist unter den in contractu enthaltenen Bedingnissen auf neun Jahr:
deren laufeudes das dritte dem Matthias Winter für einen jährlichen Pacht von 146
Quart Korn und 34 Qnart (7) halbgestrichen und halb gehänfet in gut Saarbrücker
Maß verlassen.
Dasselbe Register enthält auch über Griesborn sehr bemerkenswerte
Mitteilungen, welche wie die Nachrichten über die andern Ortschaften zur
Aufklärung der Besitztums- und Unterthanenverhältuisse sehr dienlich sind
und deshalb erst in dem zutreffenden Abschnitte Verwendung finden werden.
Gegen Ende der Klosterherrschaft (kurz vor 1792) hatte Griesborn
22 Häuser, welche Rauchhühner an die Abteien Wadgassen und Frau—
lautern abliefern mußten. 1802 zählte Griesborn 202 Seelen.
5. Differten.
Im etymologischen Sinne ist der Name Differten eine Abschleifung
aus tiefen Furten, also da bei den tiefen Furten, wie Diefflen eine Ab—
schleifung aus Tiefenthal darstellt.
Die Chronik berichtet über diesen Ort aus den Jahren: 1223, 88,
92242; 1308, 090, 23; 146502; 1637, 48, 59, 84, 97; 1721, 50, 532, 61.
Die Abtei erhielt schon 1223 die Kapelle und ein größeres Gut in
Differten, 1308 und 69 kamen noch weitere Güter hinzu, 1465 finden wir
das Kloster im Besitze von 15 von Differten, 1659 wird noch ein Achtel
dazu erworben, und schließlich gchört das halbe Dorf zu Wadgassen.
Ju den ältesten Zeiten mußte Differten mit dem Warnt, wozu es
gerechnet wurde, wohl zur Grafschaft Saarbrücken gehört haben, da erstens
der ganze Warnt zu dieser Grafschaft gerechnet und zweitens freiadlige
Güter in Differten von Gliedern der Saarbrücker Grafenfamilie besessen
wurden. Es waren aber auch mehrere lothringische Familien dort an—
sässig, und so kam der Ort bald ausschließlich unter lothringische Hoheit —
hatte aber mehrere Oberherren. 1543 hatte das Kloster Wadgassen da—
selbst Gefälle an Schafft, Hühnern und Zinsen von Gärten und Ländereien
und die Hälfte von zwei Walddistrikten, nämlich: 1. von dem großen Wald
mit 2057 Morgen und 2. von dem Geißberg mit 500 Morgen. Die
andere Hälfte der beiden Wälder gehörte 1740 halb dem Herzog von
Lothringen, halb dem Baron von Zandt, welch letzterer in diesem Jahre
seinen Auteil dem Grafen von Püttlingen verkaufte.
Hier hatten in den Jahren 1707 bis 1754 Streitigkeiten statt wegen
der Teilung der Waldberechtigungen. Der Wald wurde während dieser
Zeit 4 mal gemessen und eine Differenz von 175 Morgen gefunden, welche
Lothringen zu viel hatte.
1707 und sequent. (weiter) hat die Abtei Wadgassen oberherrliche
Rechte als Hochgerichtsherr und Grundherr — comme dveigneur IIautmoyen-Bas-dusticier-Foncier
(wahrscheinlich auch als Decimateur —
Zehntherr) gemeinschaftlich mit Lothringen und dem Baron von Blittersdorf
im Dorf Differten seit 400 Jahren ruhig besessen und zwar zum halben
Teil. — Köllner Reg.