Full text : Geschichte der Abtei Wadgassen

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IDD. Die Herrschaft Wadgassen.

Item weiset der scheffen, daß alle zehnden zu Liestorf und zu Eustorf groß
und kleiun eins abts und des closters zu Wadgassen seint, und des sollen die von
Liestorf suchen uund finden das faselviehe in den zweien hofen daselbst, und die von
Enstorf zu dem newen hofe. item hat ein aht auch ein theil au dem zehenden zu
Schwalpach.
Item weiset der scheffen, daß ein abt vor jaren macht habe gehabt zweimal zu
ieglichem jare banwein zu schenken in dem ban und bezirk, und were des nit sein
theil holt, demselbigen schicket man sein theil heime. das habe ein abt als ihrer
rechter herr abgestalt, und ein ungeld gemacht umb des besten nusen willen und
habe das auch macht, und darnmb wer da wein scheukt in dem ban, der fei schuldig
das ungeld zu geben und den Wein lassen ufthuen den schesffen, und ine auch ir
recht davon geben soll, ein maß weins als dick sich gebürt. (bßrimm II. S. 13 ff.)

3. Das Dorf Bous.

Über die Beziehungen des Torfes Bous zur Abtei Wadgassen be—
richtet die Chronik in den Jahren 1136, 560, 79, 97; 1211, 23, 24, 25;
1469, 89; 1508, 22, 48; 1631, 46, 50, 61, 65, 69. 87; 1703, 06,
09, 13, 16, 18, 24, 25, 29, 56, 59, 69, 93.
Das Kloster muß aber schon vor 1140 -54550 Besitzungen in Bous
gehabt haben, welche vermutlich von den Herren von Siersberg herrührten,
die schon 1136 das Kloster beschenkten. Diese Vermutung wird auch
durch den Umsiand gestützt, daß das Kloster in den Jahren 1140—519)
auf die Fischereigerechtigkeit am Bouser Saarufer Auspruch macht und
den Streit mit einem Herrn von Siersberg zum Austrag bringt, welcher
Streit sich 1211 wieder erneuerte. 1179 wird ein Allodium der Abtei
in Bous erwähnt; das sie von Dithmar um 4 Talente erkanft hatte.
In den Jahren 12232225 wird das Patronatsrecht in Bous vom Ktloster
erworben. 1469 erhält es ein Pfand auf das halbe Dorf, welches 1482
zwar gelöst, jedoch 1489 thatsächlich an Wadgassen verkauft wird. — Der
Act über diesen Kauf hat folgenden Wortlaut: (Promemoria S. 27 ff.)
Wir hienach beuaunten, nemlich Friderich von Fieckenstein, ich Henrich von
Fleckenstein sein Bruder, beyde Herren zu Dagstuhl, und Jakob Kranchg und
wiyn Friderichs und Jacobs beyder ehlicher gemecht hernach genanut, bekennen
vor uns, all unser Erben und Nachkommen, in und mit Krafft dieses Brieffs,
daß wir den andächtigen geistlichen Herrn, Herrn Paulus Abt und Convent
gemeinlich zu Wadgassen, Praemonster Ordeus, Trierer Bisthums, verkaufft
han und verkauffen in eins rechten ewigen Kauffs-weise, wie der in beyden
Rechten, geistlich und weltlich, auch nach Gewohnheit der Lande, wie dann solcher
uffrichtiger redelicher Kauff mit seinen wesentlichen Stücken gegrüudt und allerbest
Kraft hat, haben kanu, oder mag, alle unsere Herrschaft, Herrlichkeit, und Ge—
rechtigkeit, die wir länger dann Menschen Gedächtniß herbracht, genossen uud
gebraucht hant, geruhlichen vor unser eigen Gut das halb Dorff, Luten, Bemien,
Gerichten zu Buhs an der Saere gelegen, gegen Wadgaß über, mit allen ihren
Jugehörden, wie wir das herbracht haben, Hoich- und Nieder-Gericht, au Wäl—
dern, Büschen, Acckern, Weyern, Wassern, Weyden, Wegen, Steegen, Wiesen,
Felden, Garten, Baumgarten, Mühlen, Mühlstätten, Scheffen, Zinsen, Pfenningen.
Pfenniug-Geld, Weitz, Koru, Habern, Schwyn, Gäuß, Hüuer, Cappen, Diensten,
Froende, Gebott, Verbott, Schatzunge, Bußen, Besserunge, und allen andern
            
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