Full text : Geschichte der Abtei Wadgassen

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D. Die Herrschaft Wadgassen.

Item weiset der scheffen zu recht, als an ine von alters komen sei, ob ein mis—
dedig mensch in dem ban und bezirk begriffen wurde, den soll man eim abt zu
Wadgassen in seine gewalt libren, dent mag er thuen durch seines klosters ampt—
leuden wider in den ban bringen zu seiner zeit, und lassen von ime richten nach
urtheil als er dan verdienct und beschuldet hat, oder ime gnad zu thuen.
Item weiset der scheffen zu recht eime abt und dem closter Wadgassen zu allen
geseige, naß und drucken, wein und korn, maß, ehlen, pfund und alle ander gewicht
und stuck zu solchem hochgericht gehorig seind, nust ußgenommen, und daß zu suchen
in der eptei zu Wadgassen.
Item wiset der scheffen dem closter Wadgassen zu in dem ban und bezirk alle
hochwelde und besche, die der heppen entwachsen sein, und wer da in freuelt oder
hawet der sei der buße schuldig eime abt.
Item weiset der scheffen aber, daß noch vier freier hobstedter da seind zu Lies—
torf, mit namen Guckelers hobstedt schuldig sie, einen guten Knecht zu geben und zu
bestellen zu eime reiswagen, wan ine ein abt bedarf und sich gebürt. item, die zweite
hobstadt Lampertz hobstadt, die sei schuldig den knecht zu dem reiswagen helfen zu
geöben, gleicherweis als Guckelers hobstadt item die dritte freie hobstadt mit namen
Prünen Jacob sie schuldig eime abt alle jare uf Sanct Steffenstag zu liebern ein
schweine. item die vierte hobstadt Huser sei schuldig wan cin abt in den Ham reidet,
so solle derselbe wer die hobstadt nuud erb besitzet mit ime reiden au seim zaum
und wol geruste, und wann abt underwege uf oder absitzt, so solle er ime den stegreff
halten, und darzu seie er auch alle jar uf S. Steffaustag schuldig cinen gulden eim
abt zu liebern.
Item die vorgemelte sieben freihen seint schuldig eime meirr durch das jar zu
helfen alle ungehorsamkeit und gewaltsache zu zwingen und zu strafen, und die ge—
fangen geu Wadgassen zu fueren und zit hneden wan es not ist.
Item weiset der scheffen eime abt und dem cehester Wadgassen zu ein freihe fare
zu Liestorf jedermau uüber zu fuhren umb sein geld, und das zu rechter tagzeit zu
schließen und zu eutschließen als ein statpfort, und hat einer verbrochen, und keme
in die pfond, der sol frei sein, so lange er darin were; und were aber das einer
freuelt in der pouten, der were verfallen in eins abts hant, der mocht in strafen
hoch und nieder zu seinem willen.
Item weiset der scheffen daß anuch ein abt und das closter Wadgassen habe zwo
freiher mülen, cin zu Liestorf und die ander zu Bommers-bach, darzu sollen alle die
jene die binwendt dem ganzen ban und bezirk geseßen seint von rechtswegen ge—
drungen fein zu malen, und haben die muller dieselbe freihcit als die pond.
Item weiset der scheffen als von alters au in kommen fsei und vor recht, wer
biunent dem ban bezirk und gericht hus hof oder ander erbschaft habe oder zufalle
keuft oder verkeuft, wie das zu quemen, die seind schuldig das zu entphaen und sich
zu erben und zu enterben vor dem meyer und gericht zu Liestorf, und was von
solcher erbschaft in dem ganzen ban und bezirk verkauft were, die seint dem abt und
dem kloster Wadgaßen den dritten pfening schuldig.
Item weiset der scheffen, daß niemand macht habe einige des closters erbschaft
und schaft mit zu verkaufen und zu versetzen sonder wißen und wollen eins abts,
meiers und gerichts zu Licotorf, uf daß man möge wißen zu suchen des closters
scheft, zins und ander gebot und verbot und sein fröne dienste.
Item weiset der schefsen anderwerb, daß ein ieglicher schuldig seie der in dem
gauzen ban und bezirk hus, hof, scheuren oder ander erbschaft habe, das in gutem
ufrichtigen bauw zu handhaben und zu halten und zu besitzen, und (wo) das nit
            
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