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D. Die Herrschaft Wadgassen.
Von den sogenannten Herrengütern in Lisdorf und Ensdorf wird
später die Rede sein. An dieser Stelle sei nur noch darauf aufmerksam
gemacht, daß zu Lisdorf schon sehr früh der Weiler Holzmühle gehörte,
woselbst Wadgassen schon 1339 das Land an der Dodenbach unterhalb
Lisdorf und nahe der Holzmühle übertragen wurde.
Wie weit sich das Lisdorfer Gebiet gegen Wallersangen erstreckte,
ersehen wir daraus, daß auch der Sonty-Hof noch Eigentum von Wad—
gassen war, welches selbst an der Schwarzhach noch eine Ölmühle besaß;
die Festung Saarlonis ist größtenteils auf dem Gebiet der Abtei Wad—
gassen erbaut. — Auf der Eusdorfer Seite gehörte der Bommersbacher
Hof in den ersten Zeiten der Abtei zu Ensdorf, später wird er zu Gries.
born gezählt.
1695 den 29. September erklärt der Abt Peter Marx von Wad—
gassen, daß der König den Abbruch des Capuzinerklosters zu Wallerfangen
befohlen habe und dessen Wiedererbanuung auf der Insel von Lisdorsf, wo
er (der Abt) Herr ist, und wo man ihnen (den Capuzinern) ungefähr
dreiunddreißig Tagewerke — Lothr. Maß —— bezeichnet hatte für die Ge—
bäude, den Garten, Baumgarten und eingezäunte Gemüsebeete ꝛc. Ans
diesen Areal besaß die Abtei Wadgassen 13 Tagewerke und der Rest
war Privatbesitz von Lisdorfer Einwohnern. Der Abt und sein Kloster
überlassen den genannten Capuzinern die gedachten 13 Tapgewerke für i53
des Zehnten und was die übrigen 20 Taäagewerke betrifft, so wurden sie
den Capuzinern für 18 Irs. pro Tagewerk überlassen.
Die von den Kapuzinern neuerbaute Kirche zu Lisdorf wurde am
13. October 1718 konsecriert. Dieses Kloster bestand daselbst bis zur
französischen Revolution.
1695 iul. 5. treffen der Abt Peter Marx von Wadgassen und die
Abtissin Arnoldine v. Veiller, welche einen Prozeß wegen einer Wiese von
4 Tagewerken am Dieffenbach auf dem Banne Ensdorf beim Parlament
in Metz hatten, die Vereinbarung, daß die Kosten des Prozesses ꝛc. ausge—
glichen werden, und die Abtissin die Wiese behalten sollke, und daß ferner
die im Jahre 1311 zwischen den beiden Abteien stipulierte Vereinbarung
aufrecht erhalten bleide, welche anordnet, daß der Abtei Wadgassen ein
Wagen Heu aus der Wiese „Laugenbusch“, Vann Ensdorf, zu gewähren
sei und außerdem, daß die Bewohner von Ensdorf den Genuß der „citlen
Weide“ bis zu den Hecken von Fraulautern hätten, und umgelehrt die
Fraulauterner bis zu den Hecken von Ensdorf. Beiderseits ist es nicht
erlaubt, Grummet zu machen, jedoch der Abtissin auf den gedachten 4 Wiesen—
tagewerken. — Geschehen in der Abtei zu Fraulautern, in Gegenwart von
Arnoldine Kunigunde v. Hauseit und Anna Maria v. Geispitzheim.
Im Frieden von Roswick kamen Lisdorf und Eusdorf definitiv an
Fraukreich mit dem sie bis 1815 vereinigt blieben.
Nach Dr. Krohn betrag im Jahre 1802 die Einwohnerzahl von
Lisdorf 944, diejenige von Ensdorf 375 Seelen.