Full text: Geschichte der Abtei Wadgassen

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D. Die Herrschaft Wadgassen. 
Lisdorf 15. Mai 1762 Laduung zugehen, von dem gedachten Waldlaude 
abzustehen, indem sie denselben nene Pacht anbot, natürlich aber um er— 
höhte Preise. Die Lisdorfer wollten sich nicht dazu verstehen und trugen 
bei der Orand maitresie des caux et forets zu Metz daranf an, die 
Tranusaction von 1701 aufrecht zu erhalten (— 1762 —) Raätürlich ge— 
hörte dies nicht zur Competenz dieser Stelle, und da die besagten Ein— 
wohner ihren Besitz nicht aufgeben wollten, ließ sie die Abtei 2. Mai 
1770 vor den Staatsrat in Paris assignieren, um sich verurteilen zu 
sehen, die sraglichen Berge: DTüppenberg, Roßberg, Groß- und Klein— 
Pfaffenberg und die Garennes, welche in der Trausaction von 1701 ge— 
nannt sind, dem Kloster Wadgassen gänzlich zum Genusse und Eigentum 
zu überlassen. 
Waldungen der Abtei Wadgassen aus dem Ensdorfer 
Bann 
Die Waldungen zu Eusdorf waren fsämtlich der Abtei Wadgassen zu— 
ständig und bildeten drei Parzellen, nämlich den Rosseler, Langenbusch und 
das Mühlenwätdchen, nur ersterer erxistiert noch. 
1. Der Langenbissch lag zu beiden Seiten des von Griesborn herab— 
kommenden Hohbaches und erstreckte sich bis zur Saar. Dieser Wald war 
ursprünglich eine ungeteilte Gemeinschaft zwischen den Abteien Wadgassen 
und Fraulautern, und der letztern Anteil rührte wahrscheinlich von den 
vier Vogtei-Gütern her, welche die Nonnen in Eusdorf besaßen oder stand 
in einem andern Zusammenhaug mit denselben, etwa durch freiwillige den 
Inhabern gedachter Vogteien gestattete Berechtigungen. Diese Gemeiuschaft 
gab Anlaß zu vielfältigen Streitigkeiten zwischen beiden Gotteshäusern, die 
c. von 15509 — 1750 dauerten. Jusbesondere wurde der Rechtsstreit in 
letzt gedachtem Jahre heftig und mit Animosität betrieben. Abt Stein 
wollte den Nonnen gar kein Recht daselbst gestatten, als in einem ganz 
kleinen Bezirk, welcher 13594 zwischen beiden Abteien definitiv abgeteilt 
war, indem er behauptet nud mit Pachtbriesen, Tocumenten und Erhebuugs— 
Registern zu erweisen sucht, daß ihm der Wald eigentümlich gehöre, den 
Nonnen nur bittweise und temporär einige Vergünstigungen gestattet wer— 
den, wie die Reverse der Abtissin nachweisen. Der Proceß scheint endlich 
zu gunsten der Nonnen entschieden worden zu sein, obgleich sie nicht ganz 
Recht gehabt haben mögen. 
2. Das Mühlenwäldchen lag auf der Bommersbacher Finange oder 
dem speciellen Bezirke, der zur Mühle Bommersbach gehörte, dicht unter— 
halb der gedachten Mühle und erstreckte sich dem Bommersbach abwärts zur 
Seite des obengedachten Langenbuschs. Im Repertorium wird dieser Wald 
ebenfalls Langenbusch genaunt, doch von vorigem unterschieden: den Namen 
Mühlenwäldchen scheint er später ergalten zu haben. Im Jahre 1731 
wurde die Eichelmast im Mühlenwäldchen aun den Müller Tominik von 
Bommersmühle daselbst sür 5 französische Thaler, auno 1734 für 35 und 
1735 für 36 französische Thaler jährlich in Pacht gegeben. Von den bei— 
den Waldparzellen Langenbusch und Mühlenwald ist gegenwärtig keine 
Spur mehr vorhandeun. 
3. Der Rosseler. Dieser der Ablei Wadgassen allein zustehende
	        
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