Full text: Geschichte der Abtei Wadgassen

Lisdorf und Ensdorf. 
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Düppenberg, die Garennes und der Pützenberg. Gegen die Holzmühle 
und Beaumarais hin lag das Lisdorfer Bruch, ein gut bestandener Eichen— 
und Buchenwald, von dem sehr oft die Rede ist. Er wurde bei Anlage 
der Festung Saarlouis meistens abgehauen. Des Pützerberges wurde be— 
reits oben 1210 gedacht, als ein Geschenk des Grafen Simon III. Er 
arenzte südlich dicht an die Gemarkung von Wadgassen, östlich an die 
Straße, die von der Abtei nach Lisdorf führte, nördlich an die Garennes 
lein ueuer Ausdruck, der früher nicht vorkommt und mit Kauinchenberg 
zu übersetzen ist) und westlich an den Forweiler Bann. Die sog. Garennes 
elbst grenzten gegen Norden an die Fluren von Lisdors, gegen Osten an 
die Provinzialstraße, gegen Süden an den Pützerberg und gegen Westen 
an die Houve. Letzteres war ein Wald auf dem Forweiler Bann nuter 
'othringischer Souveränität, in welchem nicht nur die Abtei Wadgassen, 
sondern auch die GGemeinde Lisdorf Holz- und Weideberechtigungen hatten 
in Gemeinschaft mit drei audern Dörfern, nämlich Altdorf (7) Bisten und 
Forweiler. In diesen der Abtei gehörigen Waldungen des Lisdorfer 
Bannes waren die Einwohner berechtigt, natürlich gegen eine Abgabe (wie 
das Repertorium Art. 11 Demen und Ackerschatz sagt) sich zu beholzigen 
uund die Eichelmast zu suchen. 
Bei Anlage der Festung Saarlonis 1681 wurden die Waldungen, 
welche im Festungs-Rayon lagen, niedergehauen, um den nötigen freien 
Raum um die Festung zu gewinnen. Dies betraf auch die Lisdorfer 
Gemartung, und so wurde abgeholzt, der Tüppenberg, Roßberg, Pfaffen— 
berg, — wobei aber mehr abgehauen wurde als wirklich nötig war. 
Das hierdurch gewonnene Ackerland wurde vom Kloster den Einwohnern 
von Hostendach zur Urbarmachung überkassen, welche dasselbe bis 1700 
benutzten. In diesem Jahre erhoben aber die Lisdorfer Anspruch auf 
dieses Land, vorgebend, sie hätten bei der Anlage von Saarlouis ein 
großes Territorium verloren, klagten bei Bayllage Saarlonis gegen die 
Abtei auf Zurückgabe desselben. Jur Schlichtung des Streites überließ 
diese durch Vertrag vom J1. October 1701 gedachte Ländereien an einzelne 
Einwohner von Lisdorf gegen Eutrichtung von drei Garben vom Hundert 
nebst den gewöhnlichen Zehnten. Bis 1740 blieben diese im Genuß als 
die Abtei durch die Maitresie des caux ét forets zu Busendorf ange— 
halten wurde, den abgehauenen Wald wieder anzulegen. Die Abtei appel— 
lierte nach Metz und Paris, wurde aber vom Staats-Rat 16. September 
1760 verurteilt, den Wald wieder anzupflanzen, zugleich war der Vertrag 
von 1701 aufgehoben, cassiert, und das Kloster in 100 livres Strafe ge— 
stommen. Hieraus will erhellen, daß jene Abholzuutg von 1681 nicht ganz 
auf Befehl des französischen Gonvernements geschehen sei, daß vielleicht 
die Abtei die Gelegenheit ergriffen und mehr abgeholzt, als man verlaugt 
hatte. Indessen, sagt Köllner, wußten sich die Mönche zu helfen: Sie 
veraulaßten einige Bürger zu Saarlouis, welche Teilhaber au jenen Län— 
dereien waren, dem Gouvernement vorzustellen, daß die Wiederanfholzung 
in ziriegszeiten für die Festung gefährlich werden könne — und dieses 
Mittel hatte den Erfolg, daß die Verordnung vom Jahre 1760 aufgehoben 
und das Kloster von der Wiederanlage freigesprochen wurde (6. April 1762). 
Run wollte die Abtei, welche die Transaction von 1701 unerwähnt 
ließ, dieses Land für sich allein behalten und ließ den Einwohnern von
	        
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