Full text: Geschichte der Abtei Wadgassen

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D. Die Herrschaft Wadgassen. 
blos darauf, zu bemerken, daß die Abtei Wadgassen in Bezug auf ihre 
in Lothringen gelegenen Herrschaften, Stände des lothringischen Herzog— 
tums waren und öfters auf dem Landtag zu Nanzig bernsen wurden, daß 
die Apellationen au das Assisengericht des Amtes Wallerfangen (Teutsch Bellis 
Walderfangen) und nach Nanzig ergingen und daß sich die Abtei in Bezug 
auf ihre lothringischen Besitzungen den allgemeinen Landesverordnungen 
des Herzogs unterwerfen mußte, daher von der Zahlung allgemeiner Lan— 
desstenern nicht eximiert (nicht befreit); war. Aber von allen diesen Sou— 
beränitäts-Rechten war anfänglich nicht viel zu bemerken, sie bildeten sich 
erst im Verlaufe der Zeit aus. 
Nach dem Jahrgediug von 1458 waren in Lisdorf sieben freie „Hof— 
städt“'; von diesen waren 1607 noch drei frei, und vier (Abgaben) zu zahlen 
schuldig. — Die Teutschherreu hatten Güter zu Lisdorf und Eusdorf, 
wovon sie Schafft bezogen, präsentiert 1663 vide Repertorium Lisdorf 
Nr. 12. — Das Simmter oder Sirker Gut von der Abtei Wadgassen 
angekauft 1665. Repert. S. 21. — In Ensdorf hatte die Abtei Fraulautern 
einige freie Güter, welche jedoch nur aus 11 kleinen Parzellen, teils Gärten 
und Häusern bestanden. Mit nur vier Unterthanen daselbst begründete die 
Abtissin von Fraulautern 1509 einen Auspruch auf Hochgerichtsrechte in 
der Herrschaft Lisdorf-Eusdorf, worüber es sogar zum Prozeß kam. 
1595 am 31. Mai wurde die Vogtei-, Hoch- und Grundgerechtigkeit, so das 
Kloster Fraulantern im Dorf Einsdorf gelegen hat, — erneuert und durch 
Tabellio Johann Neumeyer zu Walderfingen protokolliert. Auf Befehl 
des Parlameuts von Metz vom 1. Januar 1686 (Reunionszeit) wurde der 
Besißstand des Landes auf dem Ensdorfer Bann erueuert, wobei sich jeder 
einfinden mußte, welcher Proprietaire — Eigentümer, Censior Perpetuel — 
immerwährender Zinszahler seye, „und die Papiere und Titre(s) beizu— 
bringen und ihre Bisitzthum zu beweisen habe. Bei Verlaß ihrer Rechte.“ 
Bei dieser Verhandlung erklärte der Wadgasser Procurator, daß die Abtei 
Wadgassen als Grund- und Gerichtsherr 49 Quart, halb Korn, halb 
Hafer, jährliche Rente, genannt Schafft, zu ziehen habe und zwar von 
aͤllen Erbschaft Gütern. — Der Lanterer Propst erklärte, daß die Abtei 
Fraulautern 11 Quarten auf nachfolgeuden Gütern zu ziehen habe, näm— 
lich auf: 1. Unger, 2. Lorenzqut, 3. Heckenhans, 4. Daub Hannen Gut, 
53. Kornen Gut, 6. Schwalbacher Gut, 7. Lanter Gut, 8 Paithen Gut. —— 
Nach diesem erfolgte die Ausnahme der Erklärungen über die Güter der 
Einwohner, und die Messungen sollten durch Jaque Grimont arpenteur 
Juré geschehen, es wurde aber nichts daraus. — Es verdient nuun dabei 
festgestellt zu werden, daß Fraulantern ein Recht auf eigene Gerichtsbarkeit 
in Ensdorf 1686 nicht mehr geltend machte. 
Waldungen der Abtei Wadgassen auf dem Lisdorfer 
Banun 
Obgleich in Lisdorf auch jede Spur von Wald verschwunden ist, so 
war doch früher der größte Teil des Banunes mit Holz bestauden, nament— 
lich der Berg, welcher an der Straße von Wadgassen nach Lisdorf zur 
linken Hand liegt und sich bis gegen die Holzmühle erstreckt. Auf dem— 
selben waren insbesondere gelegen die Waldbezirke: Roßberg, Pfaffenbere
	        
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