Full text: Geschichte der Abtei Wadgassen

Lisdorf und Ensdorf. 
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sie verschiedene Berechtigungen, z. B. in den Waldungen, welche jede Ge— 
meinde nur auf ihrer Seite zu suchen hatte u. s. w. — In der Folge 
wurden beide Bänne geteilt, deun das Repertoriem führt nuter RNr. 25 
S. 29 einen Aceord der Bannteilung von Lisdorf und Ensdorf saumt 
Quittung an. Da die Saar die natürliche Scheidungslinie bildete, so 
(meint Köllner) kaun ich nicht recht einsehen, welche Teilung hier nötig 
war, wenn nicht etwa besondere Rechte und Lasten zu teilen waren. 
Köllner hat an anderer Stelle die Vermutung ausgesprochen „die 
Herrschaft Lisdorf-Ensdorf habe dem Grafen Sigbert J. oder bereits des— 
sen Vorfahren zugestanden, denn, sagt er, ich konnte unter den Schen— 
eungsurkunden, wodurch diese Herrschaft an die Abtei Wadgassen kam, keine 
andern finden, welche sich als Vesitzer dieses Gebietes darstellten, als die 
Rachkommen Sigberts: Die Grafen von Saarbrücken und die aus deren 
Haus entsprossenen gräflichen Geschlechter. Geringere Allodialgüter, welche 
freie Leute (Milites) daselbst besaßen und an die Abtei veräußerten, bringe 
sch natürlich gar nicht in Anschlag. Allein ich kounte mit dieser Ansicht 
nicht vereisten, daß diese Herrschaft, nachdem sie an die Abtei Wadgassen 
libergegangen war, nicht ebenso, wie das Allod Wadgassen, unter der Sou— 
veränität von Saarbrücken geblieben ist, vielmehr unter lothringischer Lan— 
deshoheit gefunden wird. 
Zur Geschichte von Lisdorf und Ensdorf euthält die Chronik zahl— 
reiche Angaben, auf die hier verwiesen wird. Lisdorf ist daselbst erwähnt 
hei den Jahren: 1200, 18, 20*2, 2B 53, 30, 32, 33, 34, 
17, 59, 60, 61, 64, 68, 82, S, 85, 87, 882, M, 
0652, 99; 130022, 01, 05, 10, 15, 21, 23, 29, 35, 42, 72, 95; 
1427, 42, 58, 62, 63, 66, 81; 1509, , 97; 1600, 07, 34, 83; 
1700, 01, 23, 60, 91. — Von Ensdorf ist besonders die Aede 
1179, 975 1274, 82, 85, 892, 9α, 2; 1310, 13, 42; 
1427, 63, 66, 81; 1509 95, 97; 1611, 19, 22, 345; 1700, 23, 33. 
Nach diesen Nachrichten (so fährt Köllner au anderer Stelle fort) hat 
es den Anschein, daß die Grafen von Saarbrücken die ausschließliche Obrig— 
keit, d. h. die Hochgerichtsbarleit, Grundherrlichkeit, Patrouat der Kirche 
zusamt Zehnten daselbst gehabt haben, und daß diese Rechte, wie wir 
gesehen haben, durch Teilung unter ihre Nachkommen zersplittert aber sue— 
cessive sich unter den Händen der Abtei vereint haben, welche im Jahr 
1300 im alleinigen Besitz derselben war. — Es bleibt indessen immer 
toch dunkel, auf welche Weise diefse Herrschast geteilt war, ob etwa 
Simon III. ein Viertel, die Grafen von Lützelstein ein anderes Biertel — 
und die Grafen von Zweibrücken zwei Viertel der Herrschaft besessen haben; 
genug, die oberherrlichen Rechte und das Hochgerichtsrecht waren so be⸗ 
gründet, daß die Abtei Wadgassen in denselben nie eine Anfechtung von 
Seiten des Landessouverains, des Herzogs von Lothringen, erlitt. Die 
Abtei nanute sich in Bezug auf diese Herrschaft: „Hoch-, Mittel- und 
Nieder-Gerichtsherrn, Grund- und Bannherrn, Patronatsherrn und Deci— 
matoren, mit Ausschluß auch eines jeden andern Hexrrn — ohne Gemein— 
schaft irgend eines audern Teilhabers.“ Wir werden, fährt RKöllner fort, 
nicht speciell untersuchen, welche Rechte der Herzog von Lothringen über 
die Wadgassische Herrschaft Lisdorf-Eusdorf ausgeübt und beschränken uns
	        
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