Full text : Geschichte der Abtei Wadgassen

—

C. Chronik der Abtei Wadgassen.

8 23. Im Anfange dieses Jahrhunderts ereigneten sich darüber doch
neue Mißhelligkeiten, als das gräfliche Hauß durch übelgesinnte Rathgeber
sich bewegen ließ, unter dem Vorwande der Schnuz- und Schirmgerechtigkeit,
jener klösterlichnn Immunität zuwiderlaufenden Rechte über die Abtei
nenerdings in Auspruch zu nehmen.
8 24. Dagegen würkte Sie am Kaiserlichen Kammergericht nach
folgende Mandate aus:
1) de non contraveniendo fandationi monastérii et pactis majorum«
relinquendo cναιι_ιο in ιι ααιr“«α, cquri eitatione ad videndum
hassari et extradi reversales, tam à Pracelato illicite et nulliter datas.
quam a subditis extortas S. C.
de facienda repurtitione collectarum eircalurium et onern prorincicdium
serun—νν proportionrem dehitum, coneurren deα ονν_νια
HIdαοαα S. O. una cum citatione ad videndum ιt cullecds
c—res ab νο I οιι ιια, exigi rationes de omnibus
provincialibus similiter praestitis, cum réfusione residui et ko con—
demnari 8. C.
3) do non praegravando subditos alienos onere insolito ete. S. C
9) de non turbando in possessione vel quasi juris lignandi S. C.
8 25. Der gegen das erste Mandat Nassauischer Seits gemachten Ein—
wendungen ohngeachtet, ergiug den 17ten Julius 1727 eine Definitiv-Urtel.
In dieser ward zwar dem Gräflichen Hause Nassau-Saarbrüken die
Landeshoheit über die Abtei, jedoch mur Zntute, in gewissen, besonders
ausgedrukten Fällen, mit der merkwürdigen Klausel:
ohne Extension auf mehr andere Gerechtigkeiten
zuerkannt.
In der zweiten Mandatssache ergiengen den 11. October 1726 und
3. Junius 1729 theils vor- theils nachher die Urteln Xum. 15.-517 und
in der ersten den 10. November 1728 die weitere Xum. 18., welche der
misdeuteten vom 17. Julins 1727 nähere Grenzen sezte.
8 26. Endlich waren beide Theile des Prozesses müde. lleber die
noch übrige Streitigkeiten (in Ansehung derselben ihnen zespeoctive noch
besserer Beweis und Gegenbeweis auferlegt war) kam unter Vermittelung
des Kaiserlichen Kammergerichts den 5. Julius 1729 ein Vergleich zu
Stande, in welchem die vorangeführte Kameralurtel völlig zum Grunde
gelegt wurden.
z 27. Als nichts destoweniger bald neue Streitigkeiten entstunden,
als durch fernere Misdeutung jener rechtskräftigen Urteln und des Ver—
gleichs von 1729 die Abtei in ihren Rechten und Besizungen wieder wollte
beeinträchtiget werden; so war sie genöthiget, dagegen am Kaiserlichen
Kammergericht von neuem Hülfe zu suchen, und vier Mandate 8. O. aus—
zuwirken. Im Jahre 1758 erfolgte, αι' cιαονοnibus, eine Pari—
torie-Urtel, und bei deren Nichtbefolgung auf des Oberrheinischen Kreises
ausschreibende Herren Fürsten ein Mandatum de excquendo.
8 28. Als der Versuch fehl schlug, die erkannte Execntion rückgängig
zu mächen, kam den 29. Jänner 1759 wieder ein Vergleich zu Stande,
in welchem die vorigen Urteln, und die der Abtei zuerkannten Rechte und
Immunitäten auch in den weiter bestrittenen Punkten bestätiget wurden.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.