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O. Chronik der Abtei Wadgassen.
dem Erzbischof Adalbero von Trier can integra libertate dergestalt über—
geben, daß auf besagtem Bezirke, zu Ehren der seeligsten Gottesgebähre—
rin Maria, eine Kirche, wie nachher wirklich geschehen, gebaut, daß von
dem Ertrage der also cedirten Güther und Renten Ordensgeistliche unter—
halten werden- und der Erzbischof ihr beständiger Advokat seyn und blei—
ben solle.
8 10. Nicht eiumal das Jus ocutide hat also das gräfliche Haus
Nassau-Saarbrücken, als der erste Stifter, sondern, nach dem Schankungs—
und Uebergabs-Briefe, nur die Ministeriules, oder die Unterhaltung der
Gräflichen Forstbediente sich vorbehalten.
8 11. In Gemäsheit jener Uebergabe (8 9.) hat Erzbischof Adal—
bero das jezt noch bestehende Gotteshauß Wadgassen angeordnet und ihm
die —ι Vadegoeingen cum apertinentis pro fundo dotali derge—
stalt angewiesen, daß weder Er, noch seine Rachkommen die da wohnende
Geistlichen mit einiger Exaction beunruhigen, und selbige, ausser ihm, kei—
nen andern Advokaten haben sollen.
8 12. Die so gestiftete Abtei hat in der Folge mehr Freiadeliche
Güter (deren Besizer meist fremde und keine Gräflich-Nassauische Unter—
thanen waren) an sich gekauft, und andere ex oblationeé fidelium, nebst
verschiedenen Renten und Gefällen, erhalten. Von diesen sowohl, als dem
Haupt-Stiftungs-Fond, und was sie noch künftig erwerben würde, hat Sie
1152 und 1179 von den Päbsten Eugenius dem 1114. und Alexander
dem III. durch eigene Bullen die Bestätigung erhalten, in welchen ihre
weitere Erwerbungen der Länge nach specificiret sind.
3 13. Im Jahre 1481 (1489)) hat Sie auch die Hälste des Dorfes Buß
von den Freiherren von Fleckenstein durch Kauf- und die andere Hälfte 1548
durch Tausch, selbst von dem Grafen Philipp von Nassau-Saarbrüken mit
Hoch- und Nieder-Gericht, Diensten, Frohnden, Gebott, Verbott, Schazung,
Bußen ꝛc. gegen Abtretung der Dörfer Hechen, Lumerschied, Wahlschied—
und 1466 vorher schon das Hochgericht der Pfarre Wadgassen an sich
gebracht.
8 14. Zu dessen allen besserer Handhabung hat Kaiser Friederich
der II., wie aus dem Schuz- und Schirmbriefe Kaiser Karl des lJV. zu
ersehen, auf Ansuchen des Erzbischofs Dieterich 17. von Trier, das Kloster
Wadgassen mit allen wirklich besizenden und noch zu erwerbenden Gütern,
Renten und Gefällen bereits 1235 in Kaiserlichen und Reichs Schuz
genommen:
Abbatenm, et ccclesium de Vadegoæaingen cum omnibus bonis suis, quae in
praesenti justo tenent et possident, et in antea justo titulo potorant
adipitci, sub nosstru et Imperii protectione recchimus, speciali autoritate
mandantes et firmiter inltibentes, qualιιι nιllus sit, qui dietum abbatem
et ecclesium in personu vel honis contra hitsus protectionis nostrue tenorem
atsu temerario uffendere vel inquietaro pruestut, quod qui praesumserit.
indignationem Culminis nostri so noverit incursurum.
8 15. Eben dieses hat Sie 1521 von Kaiser Karl dem V. dahin
erhalten:
Animo deliberato ex certa Scientia et autoritato nosstra Caesureéa prae—
nominata quasecunque Privilegia, Literas, indulta, gratias, concessiones,
immunitates, aliasve praérogativas dicto Abbati. Conventui ot Monasteério