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den Herrschaften festgesetzt zu werden, daß der Mutizipalrat von Saarlouis
gemäß den Dekreten der Nationalversammlung vorstellig geworden ist und
daß auf die Vorstellungen der Abtei der Munizipalrat sich freiwillig zurück—
gezogen hat, indem er die Antwort auf das an die Nationalversammlung ge—
ichickte Protokoll abwarten will.
Sie haben es verweigerl, in ihrem Akte die Bitte zu erwähnen, wodurch der
genannte Abt sie ersucht, alle Schritte aufzuschieben, bis die Natlonalver—
sammlung sich definitiv über die Abtei Wadgassen ausgesprochen oder wenig—
steus nicht mit militärischer Zurüstung hinzugehen, diese ebenso gefährlichen
als unnützen Truppen zurückzuziehen und daß der Schaffner (Procurator des
Klosters) bei seinem Eintritt in Saarlonis von einer bedeutenden Menschen—
menge angefallen, geschmäht und mit Hohngelächter empfangen wurde.
Endlich hat der District nicht das bestimmte Verlangen aunehmen wollen,
welche ihm die Herren Abt, Prior und Schaffner vorgetragen haben, in einem
Protokoll alles zu berichten was sich zum Nachteile der Rechte ihres Hauses
zugetragen hatte, ebenso auch einzutragen, daß diese Einwilligung der ge—
nannten Herren Abt, Prior und Schaffner die Folge der Gewalt und nicht
freien Willens war, wie man boshafter Weise im Protoboll angeführt hat.
Darum haben wir Abt, Prior, Schaffner und Speisemeister der Abtei Wad⸗
gassen protestiert und protestieren gegen die beschimpfende Gewaltthätigkeit, welche am
21. und den folgenden Tagen des gegenwärtigen Monats in dem genannten Hause
bls heute den 24. ausgeübt wurde mit Hintansetzung aller durch Frankreich, den
Kaiser und das Kaiserreich öffentlich im Vertrag anerkannten Rechte.
So erklären wir, daß mit Unrecht das Direktorium des Distrikts unsere ge—
rechten Beschwerden als Verweigerung der Ausführung der Dekrete der National—
bersammlung betrachtet hat. Im Vertrauen auf die Weisheit und Gerechtigkeit, sowie
in der Ehrfurcht vor den Entscheidungen der auszuführenden Gewalt und den Be—
schlüssen der Departemente, welche im Augenblick der Bedrückung unser einziger Trost
und die Hoffnung der Abtei sind, haben wir aufgestellt und unterzeichnet den gegen—
wärtigen Protest, durch welchen wir von Neuem erklären, zu beharren und zu for—⸗
dern, was im Vertrag uns garantiert ist an Rechten, Privilegien, Freiheiten ꝛc.,
sowie den Genuß des Eigentums der Abtei.
Gegeben zu Wadgassen, den 24. September 1790.
Reiss, Prior. F. Bor di er, Abt.
FPr. Schmitt, Procurator.
Daraus geht nun, wie auch aus dem Promemoria, sehr deutlich her—
vor, daß die Abtei schon vorher sowohl bei den Distriktsvorstehern in
Saarlouis gegen die Besetzung des Klosters als auch bei der National—
versammlung in Paris gegen die Aufhebung der Abtei vorstellig geworden
war. „Sie hat deswegen von ihrem eigends dahin gereißten Abte dieser
(der Nationalversammlung) ein Memoire raisonné übergeben lassen und
darinn gezeigt, daß sie nicht nach dem Maßstabe der ursprünglich fran—
zösischen Klöster zu beurtheilen sey, daß die von der Krone ihr zugesicherten
Bedingnisse des Ueberganges an Frankreich auch von der Nation müsten
gehalten und erfüllet werden.“
Die zwangsweise Besetzung des Klosters vom 21. bis 24. September
1790 mußte die Mönche jedoch mit der Besorgnis erfüllen, daß auch
ihrem Kloster gegen alles Recht wirklich Gefahr drohe, darum wandten sie