1777 - 1778.
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Der Abt Stein wird nicht mit Unrecht als baulustig geschildert,
wenn auch die schon erwähnten Bauten meistens einem dringenden Be—
dürfnis eutsprachen. Sein bedentendstes Bauwerk war die Basilika in
Wadgassen. Die zweitürmige Kirche, wie fie uus das BVild von 1736
zeigt, wurde niedergelegt, und au ihrer Stelle erhob sich ein Dom, welcher
im Innern eine Läuge von 220, eine Breite von 76 und eine Höhe von
b6 Pariser Fuß hatte. In der Bauart der St. Paulinskirche bei Trier
nachgebildet, muß, nach aͤllen Berichten, die neue Abteikirche ein hervor—
ragendes Muster des Rococo-Stils gewesen sein. Sie hatte nur einen
Hauptturm mit 8 Glocken. Im Jumern der Kirche standen 14 Säulen
und 7 Altäre. Außer den erwähnten Kirchen in Ensheim, Großblitters—
dorf und Bous, baute Stein auch noch die Kirchen in Lisdorf 1764,
Saargemünd 1764, das Forsthaus in Bous 1769.
Abt Pierre Schmidt 1778 1783
1778 aug. 5. König Ludwig XVI. von Frankreich beauftragt den
Intendanten von Metz, de Calonne, bei der Wahl des neuen Abtes in
Wadgassen zu präsidieren. — Bärsch.
1778 sept. 29. erfolgt durch Brevet die Bestätigung der Wahl, und
der Abt läßt darauf durch einen nach Paris gesendeten Bevollmächtigten
(Georg Nicolaus Rammer) den Huldigungseid leisten. — Bärsch.
1778 oct 11. Der Ordensgeneral, Guillaume Manourh hat die
Wahl genehmigt und ersucht nun den Erzbischof von Trier die Benediction
des Abtes zu veranlassen, die dann durch den Weihbischof, Joh. Nicolaus
von Hontheim, vollzogen wurde.
Aus der kurzen Regierungszeit dieses Abtes sind uns weder bedeu—
tende Literalien noch andere Nachrichten überliefert worden. Rach Rießen
starb der Abt schon am 29. December 1783. Die Geschichte von Stram—
berg setzt dieses Ereignis in den Monat Februar 1794. — Der Abt war
am Schlagflusse gestorben und wurde morgens tot im Bette gefunden.
Ein gewisser Galli, ein Franzose, hatte jedoch aus Bosheit die Anzeige
gemacht, daß der Abt Schmidt keines natürlichen Todes gestorben, sondern
durch verbrecherische Hand aus dem Leben gefchafft worden sei. Als der
That verdächtig wurde ein Diener, Ludwig Wegel, bezeichnet, welcher seit—
dem vieles im Kerker hat erdulden müssen. Nachdem aber die natürliche
Todesursache erkannt und gerichtlich festgestellt worden war, wurde nicht
nur das Klosters eines solchen Mordverbrechens für immun erklärt, son—
dern auch der aus den Dieunsten des selig Verstorbenen und aus dem
Kerker Entlassene, sobald er unschuldig erklärt worden war, zu weiteren
Dienstleistungen im Kloster wieder ausgenommen, denen er sich mit Eifer
und Liebe hingab. Als ein friedlicher, fleißiger und arbeitsamer Mensch
zeigte er, daß er nicht unwürdig gewesen, wieder in das Kloster aufge—
sommen zu werden. Der genannte Wegel begleitete später, nach Aufhebung
des Klosters, den letzten Abt, Pater Bordier, nach Prag und wird in den
Jahresberichten des Klosters Sion in Prag als eiu friedlicher, unterrich—
teter und arbeitsfreudiger Mann geschildert. — Stramberg, Tom II. pag. 38.
Bei dem Herausgraben des Schuttes der Abteikirche im Jahre 1847
stieß man auf zwei Grabgewölbe von Ziegelstein; es fanden sich darin die