Full text : Geschichte der Abtei Wadgassen

1729

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ten Räthen und Putré Provisore ist unterschrieben und besiegelt worden. Ge—
schehen Wetzlar den Zten July 1729.
Franz von St. Georgen, Fürstl. Nassau Saarbrückischer Usingischer
Vormundichafft Cantzley-Dircetor und zu di sem Geschäfte specialiter
 Deputatus mppr. (L. 8.)
F. Ehristophorus Madert l'rovisor zu Wadgassen mppr. specialitor
guoad hune actum von dem Herrn Praelaten und Convont
Deputatus. (I.. 8.)
Vauritius Christopporas Thilen, Fürst!. Nassau Saarbrückischer vor—
mundschaftlicher Regierungs Rath und zu diesem Geschäfte specialiter
 Deputatus. (L. 8.)
Vorstehender, Nahmens Unsers Hochfürstlichen Haußes von nusern darzu
deputirten Räthen eines, und des Closters Wadgassen Mandatario Nahniens
dessen audern Theils, getroffener und geschlossener Vergleich wird seines ganzen
Inhalts und allen Clausulen nach, unser Seits hiermit, kraft obhabender Vor—
mundschafft, gnädigst ratihabirt, bestättiget und contirmirt. lIUsingen den 8tenu
December 1729.
Charlotte Amalie, Fürstin zu Nassau, Wittib.
(L. 8.)

1730 apr. 18. Der klösterlich Wadgassische Provisor Madert klagt
or Amt die Ensheimer an, daß sie sich Hoheitsrechte angemaßt und die
Feldfrevelbußen vereinnahmt hätten. Amtmann Rhombrus verurteilt die—
selben zur Restituierung,
1731 nov. 8. UÜber die Prozeßunkosten Wadgassen contra Saar—
brücken 1715 —29 stellt Provisor Madert zu Wadgassen eine specificierte
Rechnung auf zum Gesamtbetrage von 2604 rthlr. 19 Kr. wovon die
„Renitentischen Vndankbahren Ensheimer der mahlen abZutragen haben
1302 rthlr. 9 Kr. 2 Pfg.“ — Ensh. Pap.
1734 wurden die Wadgassischen Güter in Lothringen von Frankreich
confisciert, ebenso die Nassauischen Besitztümer daselbst; aber wieder frei—
gegeben. — Köllner Reg.
1736. Schon vor dem Jahre 1716 hatte der Abt Hermann Mertz
die in Ruinen liegenden Scheunen und Ställe wieder aufbauen lassen und
begaum demnächst auch mit der Wiederherstellung derjenigen Klostergebände,
die von seinen Vorgängern seit dem 30jährigen Kriege bis dahin noch nicht
vollständig ausgebaut werden konnten. Er umgab die Gebäude mit Gär—
ten, Anlagen und Springbrunnen. Ein Holzschnitt, den er im Jahre 1736
anfertigen ließ und noch heute in Photographie erhalten ist, läßt uns den
ganzen Compler wie ein herrschaftliches Schloß erscheinen. Die am Rande
angebrachten Nummern und Worte, weisen auf die Bestimmung der Ge—
Ȋude und Anlagen hin. So sind bezeichnet: 1. Basilika oder Abteikirche,
2. Satristei, 3. Eingang zur Wohnung des Abtes, 4. Abtshaus, 5. Möuchszellen
 — Wohnräume, 6. Gasthaus für vornehmen Besuch, 7. Winter—
speisesaal, 8. Sommerspeisesaal, 9. Capitelhaus, Beratungszimmer, 10. Woh—
nung des Priors, 11. Bibliothek, 12. Schlafräume, 13. Krankenhaus,
14. Klosterschule, 15. Garten des Abtes, 16. Conventsgarten, 17. Ein—
gang zum Klosterhof, 18. Schweizerei, 19. Scheune, 20. Gesindehaus,
21. Pferdestall, 22. Schmiede, 23. Werkhaus, 24. Müllereci, 25. Fleisch—
bank, 26. Wagenremise, 27. Schafstall, 28. Fischweiher, 29. Waschhaus.
            
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