O. Chronik der Abtei Wadgassen.
Kund und zu wissen seye hiermit: Demnach zwischen dem weyland Hochge—
bohrnen Grafen und Herrn, Herren Carl Ludwigen, Grafen zu Nassau-Saar
brücken ꝛc. Hochseeligen Andenkens, und dem in Dero Landen gelegenen Prae—
monstratenser Ordens Closter Wadgassen verschiedene Beschwerliche Rechtfertig—
ungen am Kayserlichen und Reichs-Kammergericht entstanden, auch bey Lebzeiten
Dero Landes-Successoren, des auch weylaud Hochgebohrnen Grafen und Her—
ren, Herrn Friedrich Ludwigen, Grafen zu Nassau-Saarbrücken, Hochseeligen
Andenkens fortgesezt, und von wohlersagtem Kayserlichen und Reichs-Cammer—
gericht in der Sachen verschiedene Urtheil ausgesprochen und in diesem Stand bey
Veränderung der Landesherrschaft und beschehenem Anfall das Hochfürstliche
Hauß Usingen die Sache gefunden, selbige zum Theil weiter fortgeführet, auch
darinnen fernere gerichtliche Erkänntnüß erfolget, nunmehro aber die durch—
lauchtigste Fürstin, und Frau, Frau Charlotta Amalia, verwittibt und gebohrne
Fürstin zu Nassau, Gräfin zu Saarbrücken und Saarwerden, wie auch zu
Catzenelenbogen, Vianden und Dietz, Frau zu Idstein, Wißbaden und Bir—
stein z2c. in Vormundschafft Dero minderjähriger Prinzen und Lands-Successoren
mit reiflich gepflogenem Rath Dero ganzen Ministerii, zu Vermeidung ferner
weiter Beschwärlichkeit, vorträglich befunden, mit obgedachtem Closter sich in
gütlichen Wegen zu vernehmen, und die bißherige Processe schiedlich abzuthun:
Daß hierauf nach gepflogener Handlung zwischen denen Fürstlichen Räthen,
und respectivo Canzeley-Directoren, Herrn Franzen von 8t. Georgen und,
Moritz Christoph Thielen, und des Closters provisore Herrn Patre Christoph
Madert, als beyderseits Bevollmächtigten, endlich durch Gottes Gnade zu Her—
stellung guten Vertrauens zwischen Hochfürstlicher Landesherrschafft und dem
Herrn Abten, auch gesamten Convent des Closters Wadgassen, als Dero Landes—
Sassen, heut dato folgender Vertrag abgeredet, beliebet, und biß auf Hochbesagter
Fraueu Fürstin und Vormünderin, wie auch des Herrn Abten Ratification geschlos⸗
sen, mithin darmit alle bißherige Irrungen völlig gehoben und abgethan worden.
1) Werden die beym Kayserlichen und Reichs-Cammerpericht nach und nach
eröffnete Haupt Urteile zum Grunde gesetzet, und die'em Vertrag abschriftlich
angefüget, insonderheit die Urtheil, in causs Mandati de non contraveniendo
vom 17. July 1727. sodann vom 16ten November 1728., ferner in causa Mandati
de facienda repartitions ete. vom Ilten October 1726. 10ten November
17258. und was in gegenwärtigem Vertrag nicht anders shecisice erläutert und
verglichen, darinn hat es bey buchstäblichem Innhalt solcher Urtheilen sowohl
als überhaupt bey der dem Hochfürstlichen Hauße Saarbrücken über gemeldtem
Closter und dessen in und unter der Grafschaft Saarbrücken gelegenen Dorfschaften
hergebracht und bestättigter Landsherrlicher Hoheit sein Verb'eiben.
2) Wie dann secundo, das von Seiten des Closters projectirte Formulare Re—
versalium, wie solches sub Litt. A. hiebey lieget, als beständig soll obsorvirt
und nicht allein jetzo, sondern auch in künftigen Fällen, nach Unterschied,
wie solches auf den Abgang des Lands-Herren, oder eines Abten verglichen
worden, ausgestellet, und von Fürstlicher Landes-Herrschafft angenommen wer—
den soll. Gestalten dann, damit solches alles in behöriger Zeit und Ordnung
geschehe, das Convent zu Wadgassen bey Absterbung eines zeitigen Abten der
hohen Landes-Herrschafft solches unverzüglich zu notificiren, und wann diese nicht
in der Grafschafft sich befindet, das Xotifications-Schreiben an Dero nachgesetzte
Regierung oder Beamten zu Saarbrücken einzusenden, auch wo möglich, sogleich,
oder wenigstens bald hernach den zur Wahl bestimmten Tag zu melden, folg⸗