Full text : Geschichte der Abtei Wadgassen

128

O. Chronik der Abtei Wadgassen.

sischen Geistlichen versehen, damit den Katholiken der Trost der Religion
gespendet werde. — Das Kloster hat keine Schnlden. — Bärsch.
1718 mai 15. kam der Premontré'er Abt Claudius Honoralus
Lucas, doctor sarbonicus et gener. Christianissimi frankorum regis
consiliarius ct eleemosinarins zugleich mit Hieronymus Bertinet Abt von
Justemont zur Visitation nach Wadgassen und wird feierlichst in der Kirche
empfangen. Alles wird untersucht und angeordnet: Keiner soll mit Frem—
den essen ohne Erlaubnis, das Kloster soll jährlich genaue Rechnung stel—
len, ohne Erlaubnis des Abts soll kein Geistlicher außerhalb des Pastorats
schlafen, ete. Die Revision dauert bis 18. Mai.
1718 iul. 8. Die Saarbrücker Räte beklagen sich bei Wadgassen,
daß der Procureur Chaselle aus Saarlonis sich für einen Anitmann von
Buß in Saarbrücken ausgegeben, wie auch der Admodiator Rhombrus für
einen solchen für Enzheim. Das Kloster habe seine Justiz in Enzheim
durch seinen Saarbrücker Propst zu verwalten, der vorher vor der
Saarbrücker Herrschaft einen Eid schwören müsse.
1718 iul. 20. schreibt der Graf Carl Ludwig in derselben Sache
an den Landcomthur, daß sein Diener, der Admodiator Rhombrus sich als
Wadgassischer Beamte in Enzheim geriere, das könne er nicht dnlden.
1719. Wadgassen übt in St. Johannes-Rohrbach das Best—
haupt-Recht aus. — Köllner Reg.
1720 ian. 25. Befehl des Abtes an die Unterthanen zu Eschringen,
die von den Saarbrücker Räten abgeforderte Fräuleinsteuer zu verweigern.
1720 nov. 22. Der Abt verbietet den Unterthanen in den klöster—
lichen Dörfern, die von den fürstlichen Räten am 14. November ausge—
schriebene Fräuleinsteuer zu bezahlen. — Enzh. Pap.
1721. Verlehnung Wadgasser Güter zu Dieferten — Kölln. Reg.
1722 mai 18. erklärt in Merzig der fr. Norbert Becker, daß er den
Revers des Abtes selbst abgeschrieben, ohne Wissen des Convents. — Er
sei damals (1705) in Saarbrücken in französischer Besoldung stehender
Pfarrer gewesen und zum Abt, der dahin gekommen (wir hörten oben wie
er hingekommen), ins Schloß gegangen und da geblieben auch über Nacht.
Da habe ihm der nassauische Rat Post den Revers gegeben mit der Bitte
(eum petita) ihn abzuschreiben; er habe sich entschuldigt, sei schlechter
Scribent und vom Pokulieren angegriffen, habe es schließlich doch gethan,
ohne viel Acht auf den Juhalt zu geben; es sei abends beim Thee gewesen.
1723 — war Vanesson Amtmann (Bailly) der Herrschaft Lisdorf
und Ensdorf. Derselbe wohnte in Saarlouis; das Amtshaus, worin er
die Justiz verwaltete, war jedoch in Lisdorf. Perfönliche Klagen gegen
die Unterthanen ließ der Abt durch den Procureur d'office des Klofters
vor denselben bringen. In Streitigkeiten zwischen dem Abt und den Un—
terthanen (bezüglich gemeinsamer Interessen der letzteren) brachte man die
Klagen früher vor den Amtmann (Generallientenant Teutschen Bellisthums
in Lothringen) zu Walderfingen. Nach Erbauung der Stadt und Festung
Saarlouis wurde die Umgegend zum Baillage und Siôge Présidial in
Saarlouis gezogen. (1685.)
1723 dez 6. stirbt der Graf Karl Ludwig; ihm folgt in der Re—
gierung zu Saarbrücken sein Schwiegervater, Friedrich Ludwig. — (Siehe
dessen Geschichte — Abschnitt 0G.)
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.