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O. Chronik der Abtei Wadgassen.
1713 ian. 14. Das Urteil des Wadgasser Richters bezüglich des
Christoph Huther gegen Georg Weber aus Eusheim wird von Saar—
brücken reformiert.
1718 feb. Der Abt wird aufgefordert, der Beisetzung des am 14.
hujus verstorbenen Grafen, die nächsten Freitag — morgen — stattfindet,
beizuwohnen.
1713 feb. 15. Condolenzschreiben des Abts an Karl Ludwig, ent—
schuldigt sich, daß er bei den gefährlichen Kriegszeiten nicht kommen könne,
er habe auf Befehl die Pastoren in Buß, Hostenbach, Schwalbach
und Fölklingen geheißen, ein Gebet für den Grafen zu halten, sei
krank schon zwei Jahre, könne nicht fahren, habe keine Kutsche (), nicht
reiten, sei nur seit 2 Jahren einmal in Bliddersdorf zu einer Cur gewesen.
1713 feb. 23. Actum über die Huldigung aller Meyer der Graf—
schaft, auch der unter Wadgassen und Fraulautern.
1713 mrz. 4. Der Saarbrücker Kanzler weist den Prälaten an,
nach alter Sitte dem neuen Grafen am 6. März Huldigung zu leisten.
1718 wrz. 7. Abt Hermann Mertz deklariert seine Unterwerfung
unter den Grafen Carl Ludwig.
1713 apr. 2. „Gewallslauf“ zum Proceß gegen Saarbrücken —
genannt: Hermann Mertz, Andreas Weyer — subprior, Anton Mertert,
Philipp Zell — circator, Balthasar Weller — lect theol., Heuricus
Hetzerad, Emmerich Craach, Conrad Piscator — senior, Nicol. Roden,
Gerlach Machern, Norbert Becker.
1714 mai 29 kam der Abt Michagel Knell von Steinfeld mit En—
gelbert Colendahl von Sayn zur Visitation nach Wadgassen, auch ein No—
tar, Laurentius Rietz, war dabei. Die Zahl der Conventualen war
30, einige waren auswärts. Die Visitation dauerte sechs Tage; die Her—
ren waren am Fest corporis christi — 5. Juni — noch da; das Er—
gebnis der Revision war befriedigend.
1714. Abt Hermann Mertz stellt durch eine pomphafte Procession den
öffentlichen Kultus der Eucharistie wieder her, welcher seit langer Zeit,
von den Grafen von Saarbrücken, die Lutheraner waren, aufgehoben
worden war.
1714 iul. 27. Saarbrücker Räte beklagen sich, daß der Abt in
Ensheim und Eschringen die Zehnten Versteigerung einseitig vor—
genommen habe; sie stimmen für diesmal zu, verlangen aber Ver—
handlungen.
1714 wird eine Landstraße nach Ludweiler gemacht zur Einrichtung
einer Reichspost; es sollen Leute aus Bous, Hostenbach und Ensheim
daran arbeiten; alle weigern sich. Es wird viel hin und her geschrieben.
Schließlich schickt Saarbrücken 150 Bewaffnete nach Eusheim; das ganze
Dorf flieht, nur zwei Leibeigene werden eingesteckt.
1714. Die Rechnung über den Salzverkauf aus den Jahren
171121714 trägt die Aufschrift: „Saltzkammer zu Dous (Dienze).
Daselbst ist diese vier Jahre kein Saltz verkauft worden, weilen selbiges
jetzo im Kloster verkauft wird und diese vier Jahre ertragen 867 Rthlr.“
Diese Rechnung wurde später von den Rechnungs-Revisoren der Saarbrücker
Regierung durchgestrichen, weil sie dem Kloster das Recht des Salzverkaufs
nicht zugestehen wollten.