Full text : Geschichte der Abtei Wadgassen

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O. Chronik der Abtei Wadgassen.

1705 aug. 28. bescheinigt auch J. M. IIeinster Churtrierischer Sieg—
ler ein Capital von 600 rchsthlr. und ein anderes von 400 rchthlr.
sampt dem rückständigen interesse mit tausent Zweyhundert Zwantzig Vndt
drey rchtshlr. current geldt richtig erhalten zu haben.
Auch eine obligation von 100 rehthlr Zu nutz der Fraw abtißin
zum hl. geist in Luxenburg so auch abgelöst. — Entnommen aus einer
Aufschrift zu den Schuldurkunden des Klosters.
1705 sept. 3. Hermann Merz erklärt, daß er durch seine Conven—
tualen mit Verwilligung des Grafen zum Abt erwählt worden und ver—
spricht, dem Grafen in uunterthänigen Diensten zu stehen.
1705. Wie mit dem Prälaten gleich nach seiner Wahl verfahren
wurde, ließ der Abt selbst im Jahre 1720 protokollarisch feststellen. Am
10. August 1720 erklären Bauern von Ebersweiler vor Tabellion in
Homburg, daß 1705 Husaren in kaiserlichem Dienst in Ebersweiler den
Prälaten aus dem Pfarrhaus genommen, hätten auch Pferd für den Prä—
laten haben wollen — auch zwei Geistlichen mitgefangen sagen Zeugen
aus Homburg und St. Nabor. Durch eine Handschrift, die er den Hu—
saren gegeben, sei der Abt losgelassen worden; ein Zeuge hat den Abt
von St. Nabor mit einer Leibgardia des Herzogs von Lothringen nach
Wadgassen gebracht auf Nebenstraßen. Ein anderer wurde damals von
Ebersweiler nach Wadgassen geschickt, Geld zu holen, um den Abt zu be—
freien. In Spittel sei er von den Husaren gefangen worden, sei mit
Pastor Antoni fortgeführt worden, aber entflohen. Am 19. August 1720
erklären Mayer und Schöffen aus Freimengen (von der Leyen), daß 1705
Hermann Mertz von Kaiserlichen Husaren als Gefangener von Klein—
Ebersweiler nach Freimengen gebracht worden sei, hätten Essen und Fou—
rage verlangt.
1705 nov. 24. Abt Hermann Mertz schreibt an den Saarbrücker
Rat Posth, daß er, obgleich Saarbrücken ihm in seiner Not nicht geholfen,
doch treu sein werde, wie er geschworen.
1705 dez. 2. kamen 6 Busser Leute zur Frohnde mit Fuhr und
Bagage zu spät nach Saarbrücken, deswegen sie 10 Reichsthaler Strafe
erhielten, welche jedoch später auf 3 Florin ermäßigt wurde.
1706 apr. 38. Hermann Mertz fordert Saarbrücken auf, den Stein
am gewölbten Born, so scheidet Nassau von Lothringen, neu setzen zu lassen.
1706 iul. 24. Abt Hermann Mertz verantwortet sich vor dem
Grafen wegen Klage eines Zieglergesellen, dem er zwei Ohrkappen ge—
geben, hätte ihn noch wollen mit dem Kann EStock) schlagen ete.
1706. Aufrichtung des Hochgerichtszeichens in Bous. — Köllner.
1706. Günthers Hof in Trier auf der Weberbach mit Gütern
und Weinbergen an der Mosel gehörte schon 1152 dem Kloster. 1706
wurde daselbst ein Seminarium gegründet. Es hatte damals vier
Kostgänger: Peter Reiner von Kempt — zahlte 65 Thaler; Kauz von
Ienenis Holz, altarista summi templi; Scheffers aus Mayen, Früh—
messer.
1708 nov. 25. Bernhard Krempholtz, Kaiserlicher Kriegskommissar
in Landau, schreibt an den Abt, daß ihm alles Klagen nichts helfe; es
sei jüngst ein Geistlicher durch Husaren nach Landau gebracht worden. —
Wadgassen gehöre jetzt nicht zum Reich — liege in Feindesland — müsse
            
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