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O. Chronik der Abtei Wadgassen.
1700 oct. 26. Bewohner von Hostenbach klagen gegen Listorfer,
die ihnen, als sie pflügen wollten, das Pferdegeschirr wegnahnmen. — In
Saarlouis verhandelt.
1700. Instruktion, wie das Gotteshaus Wadgassen sich nach dem Rys—
wickschen Friedensschluß (1697) mit Nassau-Saarbrücken zu verhalten habe.
(Dieselbe wird Köllner gehabt haben — ich habe sie nicht finden können.)
1700. Die Abtei Fraulautern hat 4 Unterthanen zu Ensdorf auf
ihren Zinsgütern sitzen. (Prozeß Wadgassen gegen Fraulautern.)
1701. Der Abt richtet einen Zauker zu Ensheim.
1701 ian. 27. Bescheid des Reichskammergerichts an Saarbrücken,
die Klage von Einwohnern aus Bus als Appellinstanz anzunehmen.
1701 oct. 1. Die Abtei Wadgassen trifft mit den Einwohnern von
Liesdorf ein UÜUbereinkommen, wonach den letzteren die Berge Deppeu—
berg, Rosseberg und die Garennes, welche abendwärts an die Houf stoßen,
zum Feldbau überlassen werden.
1702 mrz. 18. Hans Jacob Reichart, Zimmermann, klagt in Saar—
brücken gegen den Abt von Wadgassen wegen Nichtbezahlung der Zimmer—
arbeit an der Mühle auf dem Rentrisch — der Abt schickt den PFr.
Conrad Piscator.
1702. Nickel Klein von Renutrisch appelliert gegen drei andere von
Eusheim bezüglich des Wadgasser Urteils in Ensheim nach Saarbrücken.
1703. Der Abt Michael Knell von Steiufeld erläßt als General—
Vicar (und Visitator) der drei Circarigs: Westphaliae, Jvoldiae et Wa—
degotiao eine Hausordnung für die Prämonsträtenser.
In Buß klagt, daß Amtmann Melcher von Saarbrücken sie (19
Leute) zu je Gulden, zusammen 91, Gulden gestraft habe, weil sie
Völklingen nicht geholfen, Wege säubern; Völklingen habe sich gegen sie
icht nachbarlich betragen. Sie bitten um Nachlaß der Strafe, worauf
der Amtmann einen Reeichsthaler erläßt.
1705. Entzheim beklagt sich bei dem Abt über den Wadgasser
Propst, der 20 Schafe auf ihre Weide getrieben und ihnen verboten habe,
den Bübingern das liegend Brennholz im Wald, das doch ihnen gehöre,
zu verkaufen. Flurnamen: Neugaß, Wickersberg, Kreutzwald.
1705 mrz. 3. Der Abt Peter Marx erklärt vor Notar Wagner in
Hilbringen a. Sgar, daß er von Graf Ludwig von Saarbrücken turbiert
werde. Am 6. Februar sei eine Hnusarenpartei ins Kloster gekommen, seine
Person sei gefährdet gewesen und habe sich an einen Neutralität genießenden
Ort begeben müssen. Zu Buß sei Exccution vorgenommen worden, und der
Graf verlange Dienstbarkeit von seinen (des Abts) Unterthanen. Das
Kloster sei gräßlich gebrandschatzt worden. Auch Entzheim habe schwer zu
leiden, werde vom Grafen zu Jagdfrohnden gefordert, executiert, auch die
Appellation nach Saarbrücken verlangt. Der Abt protestirt ete. 1705
besetzt der Graf von Weilburg mit Reichstruppen die Abtei und erhebt
(man sagt auf Veranlassung des Grafen von Saarbrücken) 8000 Gulden
Contribution.
1705 mrz 16. schreibt von Kirchhein — daß Ludwig Craft von
Saarbrücken an ihn geschrieben und gebeten habe, die Husaren-Partei
aus dem Kloster zurückzuziehen; das gehe aber nicht, da den Husaren die
Partiones darauf angewiesen — das Kloster müsse bezahlen.