1642 - 1655.
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1651 iul. 4. ordnet Saarbrücken (J. G. Hirthesen) an, daß die
Landstraßen, die seit dem letzten Kriege mit Holz (Hecken und Stauden)
bewachsen, auch durch Wasser verdorben, daß sie fast nicht mehr zu
brauchen, „von den unterthanen gebutzt werden sollten — Landstraße
1Klafter breit, andere (Wege) 32581/0 Klafter — an Kreuzwegen Stock
oder Wegweiser — gute hölzerne brücken — graben zu machen — an
morastigen Stellen mit holz belegen — straffe von 5 Rthlr. — Wadgasser
Unterthanen dazu auch verpflichtet.“
1652. Nachdem die Kriegsvölker sich wieder von der Saar verzogen
hatten, war der Abt Gretsch mit wenigen Conventualen (e. 1644) in die
Abtei zurückgekehrt. Alles war verfalleu uund zerstört, aber nicht verbrannt.
Die Güter konnten nicht bebaut werden, weil es an Leuten und Vieh
fehlte. Die Herren mußten selbst die Hacke zur Hand nehmen, um das Nötigste
anzupflanzen. Der Boden brachte reichlich. Als man nun wieder etwas
gesammelt hatte, verbarg mian es zwischen zwei Gewölben über der Sakristei.
Dahin brachten auch andere Leute ihr Weniges. Aber 1652 kamen die
Schweden, welche noch in St. Avold lagen, und plünderten alles.
1652. Der Abt Philipp Gretsch bemerkt auf der Kirchenrechnung
der „Ober-Kirchen“ vom Jahre 1652: „Die meisten Einwohner sind
tempore belli et maxime A. 163435 — 38 im höchsten Aufruhr, was
sich nicht anders wohin salvirt hat, peste, fame, bello gestorben.“ Wei—
ter sagte er, daß das Kloster mehr als hundertmal und darüber — vix
est in credibilibus — geplündert worden sei. Von Anno 1635 in dem
kaiserlich, französischen und schwedischen Krieg da wurde der Teufel gar
los, bis ad annum 1652 ét nee dum est ünis. — Danm redet er von
einem Manne Namens Haus aus Werbeln, „der weilen er nit wollen in
der Bedrangniß mit andern aus dem Land weichen, ist dahin gerathen,
daß er die Menschen todtgeschlagen und gefressen hat, tanta fames erat.
— Ich sah mit meinen eigenen Augen die Eingeweide und Gebeine er—
schlagener Menschen. Und habe eine Frau in Fürstenhausen beerdigen
lassen, welche bei ihm (dem obenbesagten Menschenfresser) zum Uebernach—
ten (mit ihrem Manne) eingekehrt war — den sonst war aus jener Gegend
außer ihm Niemand in Werbeln — die er todtgeschlagen hat. Der Mann
der Erschlagenen hatte zwar einige Streiche im Schlafe erhalten, er hatte
sich aber aufgerafft und entfloh. — O welche Zeiten!“
Nach dem Jahre 1652 kam endlich wieder etwas Ruhe ins Land,
und die wenigen Menschen, die noch vorhanden waren, atmeten wieder neu
auf. Jetzt konnten auch die Mönche das Kloster wieder aufrichten. Mit
den Steinen der verfallenen Ringmauer wurden die notwendigsten Gebäude
wieder hergestellt. Früher verkaufte man viel Holz an die Holländer,
jetzt wurde es zum Bauen der Dächer verwandt. Zum Decken wurden
die Ziegel von der Kirche in Wintringen geholt. ———
1654. Am 14. Juli dieses Jahres war die Saar so groß, daß sie
drei Fuß hoch um den Hochaltar der Klosterkirche stand und man 11 Tage
lang nicht in die Kirche kommen konnte. Das Heu lag gerade in den
Saarwiesen auf Haufen, welche alle fortgeschvemmt wurden. Doch hatte
es nur 24 Stunden geregnet.
1655. Der Abt bittet den Oberamtmann Piesport, die Unterthanen
nicht zur Zahlung der Spesen zur Reichsversammlung zu zwingen, seien