Full text : Geschichte der Abtei Wadgassen

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C. Chronik der Abtei Wadgassen.

christianissimus läßt nachher den Ort wieder aufbauen. Der ganze Zehnten
gehörte dann zu Wadgassen.
1642 mai 22. Philipp Gretsch bekundet, daß er in Trier dem Re—
gistrator Andräe 81 Wadgasser Documente „geliebert“. Andräe selbst be—
kundet, daß sie bei den Rassauischen Documenten wohl verwahrt werden.
1643 mai 3. verkauft der Abt Philipp Gretsch mit apostolischer Er—
laubnis die bei Zewen und Euren gelegenen 590 Morgen, überhaupt
alles, was Wadgassen im Zewener Bann besitzt, an das Kloster Echternach
um 1500 (imperialibus). — Dabei waren: Theodoricus Hostman Dr. juris
und trier. Rat, Joh. Heinrich Brandt und Christoph Luxenburger, ferner
Petrus Fisch, Abt von Echternach, sowie noch Reiner Grest, Conventnale
von Wadgassen. — Für das Geld wurden später Güter in Willingen
gekauft.
1644 mußte die Abtei Wadgassen gemäß einer Verordnung des Ober—
gerichtshofes (La Cour Souveraino) gleich vielen andern Herrschaften einen
Beitrag von Früchten zur Unterhaltung der Truppen in die Stadt Saar—
brücken abliefern. *)
1645 mai 25. Abt Ph. Gretsch verwahrt sich dagegen, daß er
gesagt haben soll, das gräfliche Saarbrücken sei nicht seine Laudesherr—
schaft. — Jungk Reg.
1646 apr. 13. Die Vormünderin Anna Amalia von Saarbrücken
teilt dem Abt mit, daß sie den verwachsenen Leinpfad aushauen lasse, er
solle dasselbe thun.
1646 iun. 18/28. Hexenprozeß gegen Wyrichs Ese od. Elsen von
Bus, der Zauberei beschuldigt. — Urteil: Mit dem Strang vom Leben
zum Tod gebracht und hernach der tote Körper verbranut.
1648. Philippus, Abt von Wadgassen, bestellt den Theobald von
Walderfingen *) zum Capellan in der St. Gangolfs-Capelle in Die—
ferten, deren Einkünfte jährlich 19 Malter Frucht ertragen. Pracsen—
tatio ad Cappellam in Diffort Sti. Gangolfi Martrs.
1649 sept. 24. Von der Vormünderin Anna Amalia in Saarbrücken
wird der Abt angewiesen, in seinen Dörfern bekannt zu machen, daß kein
Getreide außer Landes verkauft werde.
1650 mai 20. Aunna Amalia von Saarbrücken entläßt Claren Hans
von Schwalbach, der sich nach „Bueß“ verheixaten will, der Leibeigen—
schaft — „bei diesen Kriegsleuften und deren Drangsalen.“

*) Von 1635 — 1644 stand die ganze Grafschaft Saarbrücken unter österreichischer
und lothringischer Herrschaft; von da bis 1649 war die Grafschaft im Besitze der
Franzosen. Graf Wilhelm Ludwig war am 185. September 1635 unter französischen
Schutz nach Metz geflüchtet, woselbst er am 22. August 1640 starb. Seinc Gemahlin,
Anna Amalia, kehrte 1641 wieder in ihr Land zurück, konnte sich aber nicht in
Saarbrücken aufhalten, sondern mußte vorläufig in Otlweiler ihren Sitz nehmen,
von wo aus sie als Vormünderin ihrer Söhne Ludwig und Gustav Adolph unter
dem Schutze der Franzosen eine Art Verwaltung führte. Nachdem sie am 18. No—
vember 1650 gestorben, folgte ihr in der Regentschaft ihr ältester Sohn Johann
Ludwig bis 1669. Dann folgt Gustav Adolph als Graf von Saarbrücken und Saar—⸗
werden von 1660 — 1677. Am 11. Dezember 1673 geriet Gustav Adolph in fran—
zösische Gefangenschaft, welche fünf Monate dauerte; sein Land aber blieb bis 1677
unter französischer Botmäßigkeit.
**) War wohl auch ein Conventuale von Wadgassen, der noch in des Klosters
Hause in Wallerfangen wohnte,
            
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