Full text : Geschichte der Abtei Wadgassen

1634 - 1637.

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Benedictio geschah in Conventu pp minorum Beuricae, tribus milliaribus
 ab urbe Troviri — in der Franziskanerkirche zu Beurich, drei Mei—
sen von der Stadt Trier entfernt. Dann berichten die Aunales weiter:
„Der Abt mußte sein ganzes Leben im Elend zubringen. Das ganze Land
war schließlich nur mehr Einöde und Wald. Hungersnot herrschte aller—
wege. Eine Quart Getreide kostete 152520 Thaler; zudem war das
Geld sehr rar. Solange die Mönche noch in Wadgassen waren, mußten
sie in dieser Kriegszeit vom Wilde leben. Hirsche, Wildschweine und Rehe
kamen bis vor des Klosters Pforten, wo sie gefangen werden konnten;
wußerdem fand man von wilden Bienen Honig genug — auch wildes
Obst. Von Nachbaru herbeigerufen kam schwedisches Militär in hiesige
Gegend, welches besonders gegen Geistliche sehr hart verfuhr. Auf die
grausamste Weise wurden alle Katholiken verfolgt und durch alle erdenk—
lichen Martern gequält. Viele wurden an den Gliedmaßen verstümmelt,
andere bekamen den Schwedentrank, wieder andere wurden in Fässer einge—
schlossen und von den Bergen herabgewälzt. Mönchsgewand durfte sich
überhaupt nicht sehen lassen; sie hatten die greulichsten Qualen zu erdulden.
Wo Menschen fehlten, da ließen die rohen Soldaten ihre Wut gegen die
Bilder aus — — „infandum regina jubes renovare dolorem“.
1636 iun. 2/12. *). Der Wadgasser Schultheiß Peter Hoß in
Wallerfangen schreibt 212 Juni 1636 an den Nassau-Saarbrücker Hof⸗
meister (Freiherrn) von Liebenstein Herrn zu Freistorf, „daß den wenigen
in Wallerfangen anwesenden Conventualen die Zeitung vom tödlichen
Ableben des Abtes Joh. Livensis gekommen, daß sie aber bei den jetzigen
Empörungen von keiner Seite Vorstand hoffen mögten, sie wollten nichts
gegen Saarbrücker Hoheit und Gerechtigkeit unternehmen.
1636 — der Tag nicht näher angegeben — erhält der Fr. Wilhelm
Laug Vollmacht zur NRächsuchung der Bestätigung des neu erwählten Abtes
— durch den Generalabt des Prämonstratenser Ordens.
1636 aug. 29. schreibt der Abt Philipp Gretsch an den nassauischen
Nat Gregor. Pfeiffer: .Die Zeiten seien so hochtrübseelich, daß die Wahl
nicht habhe im monasterio vorgenommen werden können, da die Wohnungen
mehr erschrecklich und gefährlich als jemand zu wohnen bequem und an—
nehmlich .. . bittet üm Entschuldigung und erklärt „Ihro Gnaden als
Schirmherrn' ete. cte.“
1636 dez. 26. Abt Ph. Gretsch schreibt auns Merzig an Georg
Pfeiffer, daß das Maller Korn überschickt, bittet daß jemand dahin ge—
schickt werde, ihre gravamina anzuhören, so könne er die copiam reverzulium
 nicht unterschreiben.
1636 — die Laurentii. — Der trierische Erzbischof Philipp Christoph
(von Sötern 1623— 1652) schreibt aus Namur, wo er sich in spanischer
Gefangenschaft befand, an den Abt Philipp Gretsch und fordert ihn auf,
die Rechte des Erzbischofs schriftlich anzuerkeunen, worauf er dann die
Wahl bestätigen werde.
1637. Wie die Annales berichten, war Differten in diesem Jahre
zanz von Menschen verlassen. Wölfe und Füchse hausten dort. — Rer

*) In Frankreich, Lothringen und Trier war der neue Kalender angenommen.
welcher 19 Tage weiter vorgreist als der alte, noch in Saarbrücken übliche.
            
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