Chrouik der Abtei Wadgasfen.
Haus zu Bisten, worin seine Vorfahren einst wohnten und dem Otto
Lamprech, Pächter des Oberhofes bei Wadgassen und sein Vetter, ein Haus
in Berus, welches er in Grundzins ete. von der Abtei Busendorf besaß
mit Ausnahme der Möbel, welche der Dorothea v. Marttill gehören sollten.
Außerdem vermachte er demselben zwei Wiesentagewerke bei Lisdorf.
1607 wrz. 22. starb Abt Clandius. Sein Grabstein im Chor hatte
die JIuschrift: IlIie jacet Reverendus in Christo pater ac Dominus
Dominus Claudius q Biesten Abbas hujus monasterii qui obiit 1607.
22 Martii cujus anima requiescat in pace. — Bärsch.
Am Rande eines alten Verzeichnisses der Äbte steht bei Adam Werbel
und bei Claudius Biesten die Bemerkung: Scandalose vixerunt hinc ruina
Monasterii. — Bärsch.
Abt Johann von Berus 1607-1634.
1607 mrz. 7. Der bisherige Keller Johann von Berus wird, nach—
dem Claudius Biesten gestorben, zum Abt gewählt. — Durch Affection
des Erbkastenvogt, des Klosters fondatorem conservatorem, vorgeschlagen
durch den Nassauischen Oberamptmann Nic. von Hagen — (der Abt) will
getreu und hold sein — Jungk Reg.
XB. Wiederspruch im Datum nicht aufgeküärt.
1607. Ao. 1607 ist jetziger Herr Abt Johann von Berres von den
Conventualen, deren damals nur 9 gewählt worden. Die Conventualen
baten den Generalvikar des Ordens Servatins von Layrvolz-Abt von
Ste. Marie Mussy le Pont (oder S8t. dMarie au bois) die Wahl zu be—
stätigen, welches derselbe auch am 8. April 1607 that. Der Herzog von
Lothringen, zu dessen Gebiet der Geburtsort des Erwählten gehörte, er—
teilte auch die Bestätigung — Bärsch.
1607 miz. 7. Der neu erwählte Abt Johannes von Berres stellt
eine Erklärung aus, daß er den Grafen als Landesherrn in Unterthänig—
keit erkenne. Am 13. mrz. bittet er um das gräfliche Placet und am
23. mrz. bedankt er sich für die erhaltene landesherrliche Genehmigung.
1608. Durch Bellis Brief Jean Huarts deutschen Bellisthums in
Lothringen wird p. Anstät-Meyer zu Ernstweiler („vei Hasenpüttlingen—
Lothringen) vorgeladen, um sich wegen des dem Kloster Wadgassen ver—
weigerten Zehntes vor den Assisen zu Walderfingen zu verantworten. Da—
zu schreibt Köllner: „Der Zehnten zu Ernstweiler, Ringelborner Bann ge—
hörig, wurde dem Kloster Wadgassen von den Grafen zu Püttlingen strei—
tig gemacht — 1608.“
1608 sept. 22. stilo voteri — Der Abt beklagt sich bei Iwei—⸗
brücken, daß dieses Zehnten in Langenthall und Kurtzthall beauspruche,
welche zu Reichenborn und zu seinem Kloster und nicht zu Hasel ge—
hören; in Ensheim habe er den ganzen Zehnten und brauche nur dem
Pastor von St. Ingbert von Reichenborn etwas abzugeben. — Jungk.
1609. Irrungen zwischen Steincallenfels und Wadgassen wegen der
Vogtei zu Thalheim.
1611 aug. 24. Wadgassen und Fraulautern vergleichen sich über
Heun in Ensdorf — euntschieden durch lieutenant bailli en Allemagne.
1613 sept. 20. Streit zwischen Wadgassen und dem Herrn von
Hechingen über Zehnten.