Full text : Geschichte der Abtei Wadgassen

OC. Chronik der Abtei Wadgassen.

Den 16. Dezember ließ Jean Huart, Generallieutenant der Ballei,
die Einkünfte besagter Abtei in Lothringen mit Beschlag belegen, weil
Wadgassen durch Saarbrücken'sche Truppen die Brücke, welche nach der
Wiese führte, abschlagen ließ. Am 9. Juni 1595 kam es iedoch zu einer
Verständigung. Wallerfangen behielt in der Au seine Rechte wie früher,
d. h. man erkannte dieselben als in seinem Banne (2) und unter loth—
ringischer Herrschaft (felbstverstäudlich) gelegen an, und Wadgassen und
Fraulautern verpflichten sich dem Stadthauptmann, seinem Lieutenant, dem
Bergamts-Controlleur, dem Gerichts-Einnehmer, dem Sergeanten des Meyers
und dem Pfarrer jährlich 6 Wagen Heu zu liefern. Feruer sollte der
Abt von Wadgassen auf Verlangen des Stadtsyndicus alljährlich dem
Bürgermeister, den Schöffen, den Gerichtspersonen und den herzoglichen
Beamten in Wallerfangen ein ehrsames Mittagessen geben. In Folge
dieser Übereinkunft wurden die Grenzen zwischen den streitenden Parteien
abgesteckt und 1604 und 1616 erneuert. — Rießen S. 220.
1595 hatte die Abtei Fraulantern ihre Grundgüter zu Eusdorf durch
den Tabellio (Notaren) von Neumayer zu Wallerfangen reuovieren (d. h.
neu aufzeichnen und beschreiben) lassen. — Kl. Kat. 13.
1596 iun. 12. scheukt Abt Claudius seinem Convente den sogenanuten
Schelmenzehnten zu Durweiler und bestimumt die eine Hälste des Er—
trages für die Kuͤche, die andere Hälfte zur Procuratorei. — Bürsch.
1597 iul. 25. Wadgassen und Fraulautern hatten Streit über
Zehnten von 6 Morgen Land in der Lisdorfer Au —Herrenacher —
uͤnd über ein Stück Wald, genannt Langbusch (zu Ensdorf). Man ver—
gleicht sich dahin, daß vom Zehnten Wadgassen »3 und Fraulautern 5
und vom Wald jedes die Hälfte haben, der Eckerschatz aber gemeinsam
sein soll. — Wallerfangen untersiegelt mit dem Tabellionatssiegel; unter—
schrieben: Claudius, Abt von Wadgassen; Joh. v. Bassy, Rentmeister
zu Berus; Joh. Houart — teutsch Bellis, lieutenant; Apollonia von
Gressnich, Abtissin von Fraulautern; Henrich von Gressnich; Johann von
Neumagen (2). — Jungk Reg.
1597—1607. Unter Abt Claudius hat das Kloster ein Haus in
Spurk gebaut.
15971607. Von Joannes Leuvosius pfarherr zu Siegersdall
erhält der Abt Claudius einen Brief ohne Datum, worin jener auf seine
Stelle — auf Abberufung — verzichtet und die von Abt Adam empfangene
Präsentation zurückreicht und über das Einkommen „der newe Capellen“
eine Aufstellung macht — „als erstlych auff festen Remigy zu Duß (Dieuze)
pension fallende alle Jar 60 frank. Auff festen Martini 31 guld zu pitsch
alle Jar pension ieder gulden zu 15 batzen. Auff alle Winnachten Ipo.
Stephanius (fehlt ein Wort für den Betrag) zu Sargemünd auff dem
Schloß den guld zu 26 albus. Auß dem gartenzinß 6 oder 7 gulden
vngeferlich, Noch 27 gulden Jarlich pension so ettlyche fellig auff puri—
ficationis bte mariae virginis — ostern — Joh. baptiste 2— Martini.
Frucht auff dem galgen Ban anlandt garb 5 malter 4 Faß 2 mulster
Auff dem alten Peben Ban an landtgarb 4 malter 2 faß 2 mulster
Auff dem Ziegelhuetten Ban an landtgarb 13 malter 4 faß 6 mulster.
Alle Jahr zu nußwiller und Himerling auß dem Zehenden gehet
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.