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1574. Graf Albrecht von Ottweiler zwingt des Klosters Unterthanen
in Neunkirchen und Spiesen zu Frondiensten, später wurde ihnen
die Eichelmast entzogen und noch mehr; auch sollten sie die Hülfsgelder
Landesabgaben) zahlen. Alles Bitten und Klagen half nichts.
1575 sagte der Graf dem sich beklagenden Propst Eichelberger, er
gehe jetzt auf Reisen, wenn er zurückkomme, werde er nicht nur die Wäl—
der, sondern alles wegnehmen. So erging es ihnen auch in Burgalben,
im schwedischen Kriege ging alles verloren.
1575. Größeren Verlust erlitt das Kloster durch die Einführung
der Reformation in den Ländern des Grafen von Nassau-Saarbrücken.
Schon 1569 hatte die Reformation Eingang im Saarbrückischen gefunden.
Im Jahre 1575 wurde sie von dem Grafen Philipp III. förmlich einge—
sührt. Dieses gab dem Herzog Carl II. von Lothringen eine willkommene
Gelegenheit, seine Ausprüche auf die Grafschaft Saarwerden gegen das
Haus Nassau-Saarbrücken geltend zu machen und sich in die inneren An—
gelegenheiten des Saarbrücker Landes zu mischen — Bärsch.
1578 mai 25. Hans Sulzer, alter Amptmann zu Blieskastel —
nassauischer Tiener, erklärt, daß der Abt Adam von Wadgassen gestattet,
daß seine leibeigene Elisabeth, des Britzenmichels eheliche Tochter zu
Intzheim, den Hoffmann (des Sulzers) zu Ellingen — Matthias Gis—
singer — heirate, und sie der Leibeigenschaft entlassen, gegen Freigabe
gegenseits bei nächster Gelegenheit. — Geschehen zu Wissen-Ormersheim
den 28. Mai 1578.
1579. Abt Adam Werbel gestorben. Auf seinem Grabstein (ge—
taunt stelula) hinter der Kanzel vor dem St. Sebastian Altar war oben sein
Wappen angebracht: eine Brezel, eine Lilie und auf jeder Seite eine Rose.
Abt Claudius Bisten 1579 1607.
1579 mai 22. Der Abt Claudius Bisten wird gewählt; der Streit
zwischen Lothringen und Saarbrücken um die Wahl wird demnach diesmal
zu gunsten Lothringens entschieden. Seine Bestätigung seitens des Ordens—
generals erfolgte au 2. Juni 1579, wurde jedoch erst 17. Juni 1580
henediciert.
1579 am 23. Dezember schreibt der Abt Claude de Bisten an den
Herzog von Lothringen, bittet ihn instäudigst, das Vergehen zu entschul—
digen, welches er sich hätte zu Schulden kommen lassen, indem er nicht
gleich seine Bestätigung bei ihm nachgesucht, — daß er ihn als Abt
zütigst anerkenne und zu seinem Coadjutor den Charles Horing, Doctor
der Rechte und Canonikus von St. Simeon zu Trier, ernennen möge ().
Die Antwort scheint nicht gleich erfolgt zu sein, denn ein anderer Brief
bom 24. März 1581 von Wilhelm Krantz von Geispolzheim, Balleyen
von Deutsch Lothringen, sucht den Herzog Karl mit dem Betragen des
Abtes bekannt zu machen. In demselben bemerkt er, daß sich Claude de
Bisten geweigert habe, die von ihm in Betreff der Coadjutorswahl ge—
machten Vorschläge anzunehmen und daß man denselben, um ihn für die
Zukunft eines Besseren zu belehren, einige Zeit in Haft halten solle usw.
— Dom Calmet bei Niessen S. 106.
1580. Hostenbach, Schaffhausen und Werbel hatten bei Saarbrücken
geklagt, daß der Abt sie zu Frohnden zwinge, u. a. auch zu Jagd—