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fallen waren, schrecklich verwüstet. Alles Kostbare nahmen sie mit. Sie
hrachen in der Nacht ein, da das Zeichen zur Matutin mit der Glocke
gegeben wurde.
1571 jan. 11. Dom Calmet führt einen Brief vom Abte Siegfried
Hultzling (4.d. 11. ian. 1571) an, nach welchem die Religiosen den Herzog
als ihren Sonverän anerkannten und ihn baten, die Wahl des neuen Abtes
zu bestätigen — (kann sich nur um die Wahl eines Coadjutors handeln.)
1571 feb. 16. Der Coadjutor Adam von Werbel verspricht sich
zuhig zu verhalten, so lange Abt Siefried lebe. — Die Titres (Akten,
aus denen der Herzog seine Landeshoheit über das Kloster gerne darthun
mochte) seien während des Kieges fortgekommen.
1571 dez. 5. Siegfried Hültzlin aus St. Wendel gestorben. Sein
Grabstein im Chore an der Mauer hatte die Inschrift: Anno salutis
humanace 1571. 5 Decbr. obiit Reverendus in Christo pater ac
Dominus, Dominus Sygefridus IIältzlin a sancto Wendelino Abbas
hujus Monastérii cujus animas sit Deus propitius. Über diesem Grab—
ttein befand sich ein besonderes Epitaphium, welches der Abt noch bei
seinen Lebzeiten hatte anfertigen lassen. Auf demselben war der Abt in
Stein gehauen, knieend vor der h. Jungfrau Maria mit dem Jesuskinde
ind darmter eine Inschrift mit der Jahreszahl 1567.
Ein Blick auf die angeführten Thatsachen gibt uns sofort ein Bild
dieser Zeit. Seifridus hatte viel unter den Häretikern zu leiden, sagen
die Annales. Die Verfolgungen durch die Saarbrücker Grafen nehmen
ihren Aufang. Die Zinslente wollen ihre Abgaben nicht mehr bezahlen,
Das Kloster ist daher zu Processen genötigt, weil ihm jedes andere Mittel
abgeht, seine Rechte genügend gelteiid zu machen; und auch der Rechts—
schütz war von geringer Bedentung, weil er nicht beachtet wurde. Nach
RNießen sollen die Bauernaufstände, die aber in unserer Gegend längst
niedergeworfen waren, dem Kloster großen Schaden zugefügt haben. Es
mag wohl auf den Eingang der klösterlichen Gefälle eine üble Nachwirkung
urückgeblieben sein, übrigens war der Überfall der Geusen auch eine Art
Bauernkrieg. Es ist jedoch in unserer Geschichte nirgendwo eine Andeutung
zu finden, daß sich des Klosters Unterthanen aufrührerisch gegen ihre Herr—
schaft erhoben hätten; dagegen werden die Bauernumtriebe in Lothringen
den Klostergütern daselbst großen Schaden verursacht haben. Das Schmerz—
lichste für's Kloster war jedoch der um diese Zeit eiugetretene Mangel an
Religiosen, sodaß diese nicht mehr im Staude waren, die ihrem Kloster
incorporierten Pfarreien alle zu verwalten, welche daher vielfach mit
Weltgeistlichen besetzt wurden. Zudem sieht sich das Kloster beinahe
erdrückt unter der Zudringlichkeit mächtiger Nachbarn, welche Anspruch auf
die Schutzherrlichkeit erheben; Saarbrücken, die Pfalz und Lothringen
ugleich. Aber das Schlimmste kommt nun erst—
—W—
1571 dez. 6. Sofort nach Siefrieds Tod wird (der Coadjutor)
Adam Werbel zum Abt gewählt. Die wähleuden Conventualen sind:
Cornelins — Prior; Adam Werbel; Valentin Eisenbart; Johaunes Hoffelt;
Claubius Biesten; Johannes Grin; Matthias Vietor (oder Vietor);