O. Chronik der Abtei Wadgassen
Abt Seifridus Hultzling 155221571.
1552 im Mai — wird Seyfried Hülszlein aus St. Wendel zum Abt
in Wadgassen gewählt.
1552 sopt. 15. Kurfürst Friedrich von der Pfalz entbindet den Abt
Kilian (Heilnaann) von Wadgassen von der übernommenen Bürgyschaft zur
Jahlnng von einer jährlichen lebenslänglichen Rente von 139 11. an Phi—
lipp Harrecourt, Propst auf St. Georgenberg bei Pfeddersheim. (s. 1525.)
1552 oct. 28. uff Simon und Juda. Die von Onßheim und Ober—
würtzbach schließen einen Vergleich wegen dem Weidgang an der Dolleich.
Die Ensheimer geben an Würtzbach das gepfändete Vieh zurück, wogegen
letztere die für Ensheim aufgelaufenen Kosten tragen helfen. Abt Seiffart,
Herr zu Ensheim: Friedrich von Eltz, Herr von Würtzbach. Grens,
Ensh. Papiere.
1554. Abschied zwischen Wadgassen und Saarbrücken wegen Ecker—
schatz, Holz und Zoll in Spießheim. (Tiese Notiz ist sehr knapp ge—
halten, läßt aber doch erkennen, daß es in Spiesen zwischen Wadgassen
und Saarbrücken zu Verwickelungen kam. Nachdem letzteres von Neu—
münster 1548 1,, von Spiesen erworben (siehe 1548) und sich schon im
selben Jahre wegen Überschreitung seiner Rechte gegen Nenmünster mit
diesem zu vergleichen hatte, kam es auch zu Eingriffen in die Wadgasser
Rechte. Schon 1553 fand eine ähnliche Auseinandersetzung Wadgassens mit
Saarbrücken in Neunkirchen statt.
1558. Ein Streit mit Eusheimer Bauern wird vor der (Wadg.)
Propstei in Saarbrücken entschieden — (scheint mit der Rotiz von ao 1543
identisch zu sein.)
1559 mrz. 8. Ein „Abscheid'“ des Grafen Johann von Nassau—
Saarbrücken und seiner Räte besagt, daß in Eschringen die Ingesessenen
der Gotteshaus Wadgassen Unterthanen wie die Gemeindeleute „dem Heim—
ding-Recht zugahn“ sollen.
1559. Streit mit Haus und Isenbart von Freibouß, welche den
Zins von geliehenen Gütern verweigerten. In Metz wird das ütlosler
abgewiesen, behält aber in Trier Recht.
1560. hom Calmet bezeichnet für das Jahr 1560 einen Abt Jean
de Remiremont.
1562. Wie früher öfters, erbat sich Abt Martin von Allerheiligen
Mönche von Wadgassen bei Abt Seyfried und erhielt zwei; angeblich
wegen Mangel an Religiosen waren die incorporierten Pfarreien an
sacculares (Weltgeistlichen) übergeben worden.
1563 mai 3. Kammeergerichtsurteil gegen Zweibrücken: Pfalz hale
keine Kastenvogtei oder andere Rechte gegen Wadgassen, letzteres müsse
aber Rock und Käse geben.
1567. Tausch zwischen Abt und Cowwent über Güter in Ohbewig.
(Hier ist, wie anch aus früheren Mitteilungen zu erkennen, daß Abt, Con—
vent und Hospital je besondere Einkünfte hatten.)
1552571. Ohne Datum: Abt Sygfridus verkauft Budersdorf bei
Dieuze für 1650 Gnulden.
1571 wird das Kloster von den Geusen oder Calvinisten, die in
Holland und den benachbarten Staaten von dem spanuischen Könige abage—