Full text : Geschichte der Abtei Wadgassen

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C. Chronik der Abtei Wadgassen.

bestätigt im selben Jahre die Gründung der neuen Kapelle mit 2 Capel
lanis — (zu Gemundia? — vide ao 1393.)
Um so mehr aber mußte das Kloster mit Besorgnis erfüllt werden
als unter den Mönchen verschiedene sich zu der neuen Lehre bekanuten.
1535. Der Propst von Hagenau, Johannes Schweizer und die
Conventualen Johannes Wolf und Jacob Hertel daselbst treten aus und
werden lutherisch. Sie übergeben das Kloster, (welches eine Wadgasser
Propstéi ist), den Lutheranern. Die Einkünfte werden nicht mehr gezahlt,
und so muß das Kloster eingehen. Wadgassen wählt zwar einen neuen
Propst für Hagenau. Derselbe wird jedoch nicht eingelassen, obgleich er
vom Bischof von Straßburg bestätigt war. „Lauge Zeit Hagenau in
hauden der wolfe“ — Annales.
Um 1657 kauft der Abt von Allerheiligen alles, was noch vorhanden
in Hagenau, um 950 f. — Wadgassen konnte nichts dafür thun. Aller—
heiligen setzt als Propst den Anastasius Schlecht hin, der später Abt von
Allerheiligen wurde, das nun Hagenau für sich behielt.
1543 (7) Abt Kilian Heilmann vom Abt in Premontré beanftragt,.
die Verhältnisse des Klosters Rodenkirchen zu unterfuchen.
Abt Leonhard Pfalß 15391549.
1539. Die Religiosen wählen 12. Januar 1539 ihren Prior Leo
nard Pfaltz zum Abt an Stelle des verstorbenen Kilian Heilmann. —
Wadg. Papiere.
1539 seb. 12. Der Premontréer Vorstand — Nicolaus Tuller, Abt
von St. Marie aux bois bestätigt den von den Wadgassener Mönchen am 14.
Dezember 1538 (7) zum Abt gewählten Leonhard Pfaltz, prieur de l'Anstal.
Der vorige Abt Kilian Heilmann sei gestorben. — Tirres de Lorrainoe.
1543 mai 4. Der Streit über eine Erbteilung in Eusheim kommt
zuerst vor dem Gericht in Wadgassen zur Verhandlung, dann in der
Appellinstanz am Wadgasser Hofgericht — „ward in Wadgasser Hof in
Saarbrücken gehallen von Abt Leonhardt Pfaltz und Matthias Haller
voun Hallerstein, Nass. Rat ote.“
c. 1546. Bei einer Durchreise übernachtete Karl V. in einem dem
Kloster Wadgassen gehörigen Hause zu Saarbrücken und erteilte zur
Erkenntlichkeit dieser Gastfreundschaft diesem Hause das Asyl-Recht. Die
sich in dasselbe flüchtenden Verfolgten sollten unter der Gewalt des Abts
zu Wadgassen stehen und derselben nicht entzogen werden können, ohne
die kaiserliche Ungnade auf sich zu ziehen. Diese Freiheit war durch einen
runden Stein vor der Thüre des Hanses angezeigt, der als er zerbrochen
war, mit einem eisernen Band wiederhergestellt ward. Dicses Haus war
die sogenannte Wadgasser Propstei, wovon die Gasse, in welcher es steht,
den Namen führt — A. Köllner J. 101.
1548 — Montag nach Matthias Apostel. — Graf Philipp von
Saarbrücken übergiebt dem Abt Leonhard und Convent zu Wadgassen das
halbe Torf Buß, eutsagt auch auf die strittigen 12 Malter Korn aus
gräflichem großen Zehnten im Cöllerthal, — erhält dafür von Wadgassen
2/2 Dorf Hechen ('/2 gehört zu Wernersweiler), das Dorf Lummer—
scheid und Wahlschied, das Heuchgißgut zu Hechen und den Hof ge—
naunt Woppersweiler.
            
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