Full text : Geschichte der Abtei Wadgassen

CEhronik der Abtei Wadgassen

1529. Die Grafen von Saarbrücken ziehen aus der Pfarr Wad—
gassen an Jagdrecht von jedem Haus, deren 24 sind, 1 Faß haber — 24
Faß — 3 Malter, sowie 1 Hun — 24 huner.
1529 oct. 14. Wadgassen läßt Zweibrücken einen Wagen Salz in
Duze (Dieuze) abholen; der Abt schreibt: „als seiner Fürstlichen Gnaden
unterthänigster Caplan allezeit zu gefallen.“
1530. Wadgassen löst den auf Hof Pfauenech liegenden Zius
dem Domcapitel in Worms mit 15 Pfund Heller ab.
1531 — Montag nach Crisbine. — Wadgassen hat dem Herzog
Philipp in Zweibrücken 10 Goldgulden gezahlt, die es ihn aus dem Hofe
in (Kaisers-) Lautern schuldet — Quittung desselben.
1532 stirbt Graf Ludwig' junior von Pfalz-3Zweibrücken, der zum
letzteumal das Asungsrecht in Wadgassen ausübte.
Jungk entnimmt den Weßtzlarer Akten folgende Verhandlungen:
Der Wadgasser Advokat berichtet um 1530 an das Kammergericht,
daß dasselbe vor Zeiten dem Pfalzgrafen Ruprecht als Vormund der
Kinder des Pfalzgrafen Ludwig verboten, Wadgassen zu beunruhigen.
Nun habe nämlich der Propst von Saarbrücken, Matthias Degen, ein
missethätig Mensch ans Ensheint gefangen, dasselbe sei im Gefängnis ge—
storben, nun behauptet der Amtmann Christoph Manschenheimer in Zwei—
brücken, als sei Zweibrücken Herr von Eusheim. — Verantwortung von
Degen: Die Ensheimer wollten der Toten Tochtermann nicht in ihren
Wäldern hauen laässen; daranf läßt man den Meyer von Ensheim in Zwei—
brücken festsetzen, bittet um Befreiung.
1532. Herzog Ludwig von Zweibrücken hört, daß EGraf Johann
Ludwig von Saarbrücken sich etwas von Wadgasser Rechten nehmen wolle,
es solle ihm (dem Grafen) eine Behausung dort erbant wer—
den und er wolle Atz aus des Klosters Herrschaft — dann ließ er dem
Kloster befehlen, sich durch alle Mittel von Saarbrücken loszumachen, droht
mit Strafen, da ihm das Kloster ohne Mittel mit aller hoch und niedern
Oberherrlichkeit zustehe. Darauf erklärt das Kloster, es erkenne niemand
für einen Kastenvogt an, sondern gehöre unmittelbar zum römi—
schen Reich.
1535 dez. 23. Donnerstag nach Thome — Zweibrücken verlangt,
daß Wadgassen nach altem Herkommen 1.) dem Zweibrücker Amtmann einen
Rock oder ein f. und 4. Käfe liefere, 2.) 4 Wagen-Fahrten auf den Gau
und 2 Wagen-Fahrten Salz von Duze thue. — 3.) Wenn Zweibrücken baue,
soll es 1 bis 8 Tage im Jahr Steine fahren — dagegen wolle Zwei—
brücken das Kloster schirmen.
1536 febr. 2. — antwortet der Abt, er sei dem Herzog nicht unter—
worfen, den Rock gebe er dem Amtmann wegen seiner öfteren Bemühungen
(für das Kloster), den Käse nach Kirkel wegen Freiheit au Limbacher
Joll. — Jungk Reg.
1536. Proceß des Klosters Wadgassen gegen den Herzog Ruprecht,
Pfalzgraf bei Rhein und Graf zu Veldenz Zweibrücken, welcher behauptet,
daß die Hochgerichtsbarkeit in Ensheim ihm als Landesherrn zustehe. —
Im Auftrage des Matthias Degen,“ Wadgasser Propst in Saarbrücken,
hätte nämlich, wie schon angedeutet, der Meyer von Ensheim eine Weibs—
person gefänglich eingezogen und sie auf der Folter dermaßen gepeinigt.
            
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