Full text : Fest-Schrift zum 50-jährigen Jubiläum der Grube Heinitz

69

aus verzinktem Eisenblech von 40 em Durchmesser mit Flantschverbindung allmählich
verdrängt.
In welchem Maaße die letzteren, zwar theueren, aber auch viel haltbareren
Lutten die ersteren bezüglich der Leistungsfähigkeit überragen, davon liefert ein mit
engen und weiten Lutten beim wirklichen Betriebe im Bremsbergaufhauen J Ost,
Flötz Gneisenau im Hauptquerschlag der 4. Sohle zu Heinitz angestellter Versuch
einen Beweis:

Die Zahl der Umdrehungen des Ventilatorflügelrades in der Minute betrug
300, die Länge der Luttentour vom Querschlag bis vor Ort des Ueberhauens 300 m.
Die bei der ursprünglich eingebauten 26 om weiten Zinkluttentour erzielten Wetter—
mengen vor Ort beliefen sich auf 4,12 ebm bei fast 3000,, Wetterverlust durch
Reibung und Undichtigkeiten des mehrfach gekrümmten Luttenstranges. Nach Einbau
des 40 em weiten Luttenstrangs mit Flantschverbindung ergab sich überhaupt keine
nennenswerthe Differenz zwischen der ein- und ausströmenden Wettermenge, welche
unter denselben Vorbedingungen zu 25 ebm in der Minute gemessen wurde.

zm
—

Schießarbeit und Beleuchtung.
a. Schießarbeit.

Theils in Folge bergpolizeilicher Anordnungen, theils aus der eigenen Initiative
der Betriebsverwaltung heraus, ist die Verwendung des Schwarzpulvers vor Kohlen—
zewinnungsarbeiten immer mehr eingeschränkt worden. An seine Stelle ist, nachdem
periodisch der Sicherheitssprengstoff Dahmenit A auf Grube Heinitz in Gebrauch war,
das in seiner Sprengwirkung dem Schwarzpulver am nächsten kommende Sicherheits—
prengpulver zur Einführung auf beiden Grubenabtheilungen gelangt.
Der Verbrauch an Sicherheitspulver bei der Kohlengewinnung beträgt etwa die
Hälfte an Gewicht desjenigen von Schwarzpulver. Unter Berücksichtigung des Preises
der verschiedenen neueren Sicherheitssprengstoffe und der zur Erzielung einer rationellen
Wirkung erforderlichen Zündmittel hat sich der erwähnte Sicherheitsfprengstoff noch
als den besten Ersatz für Schwarzpulver bei der Schießarbeit in der hiesigen Kohle
erwiesen.
Die Strecken und Arbeitspunkte beider Gruben werden den bergpolizeilichen
Vorschriften gemäß mittelst ausgedehnter Spritzwasserleitungen zur Verhütung der
Bildung gefährlichen Kohlenstaubes befeuchtet.
Diese Anordnung in Verbindung mit dem Verbote des Schießens mit Schwarz—
pulver erstreckt sich fir die Grube Heinitz auf den Betrieb der vier hangendften
Flötze, für die Grube Dechen allgemein auf alle Baue in der 4. Tiefbausohle.
Vor Gesteinsarbeiten kommt ausschließlich Guhrdynamit zur Verwendung.
Der Sprengstoffverbrauch beider Grubenabtheilungen war im Etatsjahre 1896,97
folgender:

Schwarzpulver 96 948 Kg,
Dahmenit A und Sicherheitssprengpulver 39 168 „
GBnhrdynamite. ..9033,5 .,
Zusammen . .. 155 149,5 Kg.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.