Diese Maschinen betreiben je 2 doppelt wirkende Plungerpumpen von 148 mm,
mit dahinter angeordneten Condensatorpumpen von 220 mm Durchmesser, welche
letztere gleichzeitig als Saugpumpen wirken.
Die ganze Anlage ist in einem, durch einen kurzen etwas ansteigenden Quer—
schlag mit dem Dechenschacht IIIJ in Verbindung stehenden, ausgemauerten Raume
von im Lichten 45 m Länge, 7,5 m Breite und 7,0 mm Scheitelhöhe aufgestellt.
Die Dampf- und Druck-Leitung von 250 unm bezw. — Lichtweite sind im
Dechenschacht III eingebaut und durch den erwähnten kurzen Querschlag an die
Maschinen angeschlossen. Die Dampfleitung ist mit Condenswasserabscheider versehen
und im Uebrigen gut isoliert gegen Wärmeverluste, schließlich die ganze Dampfzuleitung
durch einen Bleiblechmantel gegen den Einfluß der Grubenwasser geschützt.
Am südlichen Ende des mit der Längsachse querschlägig zu den Gebirgsschichten
liegenden Raumes stellt ein in der Decke gebrochenes Schächtchen von 1m Durchmesser
die Verbindung mit dem ausziehenden Wetterstrome her, während durch die am nörd—
lichen Ende des Raumes liegende Zuganggsstrecke die frischen Wetter zur Ventilation
und Kühlung des Maschinenraumes vom Dechenschacht II her einströmen.
In der Mitte des Maschinenraumes befindet sich ein 7,00 mm tiefer, runder
Saugschacht von 4,8 m Durchmesser, welcher durch einen 38 m langen Sumpfquer⸗
schlag mit den auf Flötz Scharnhorst liegenden Klärbassins verbunden ist. Letztere
fassen circa 750 cbm und sind durch Quermauern in 2 Hauptabtheilungen für die
Heinitzer und für die Dechener Grubenwasser getrennt. Durch gemauerte Längsscheider
werden diese Abtheilungen wieder in 2 Hälften getheilt, von denen für gewöhnlich
nur je eine benützt, während die andere gereinigt wird. Neben der hier stattfindenden
Abklärung der Grubenwasser sorgen noch 2Z in dem Sumpfquerschlag angebrachte eng—
maschige Siebe aus Drahtnetz dafür, daß keine gröberen Sandtheile in die Pumpen—
dentile gelangen können.
Durch Schieber kann der Saugschacht gegen die Sumpfstrecke, sowie mittelst
einer in der Zugangsstrecke stehenden Dammthüre der ganze Maschinenraum gegen
eine plötzliche Ueberfluthung gesperrt werden.
Die Hochdruckcylinder der Dampfmaschinen haben felbstthätig durch den
Regulator veränderliche Expansion mittelst Rider-Schieber, die Niederdruckcylinder
Trickschieber für fixe Expansion. Die Receiver sind hochliegend, quer zwischen Hoch—
und Nieder-Druckcylinder angeordnet, und ebenso wie die Dampfcylinder mit Mantel—
und Deckel-Heizung versehen und gegen Wärmeverluste wohl umhüllt.
Die Hochdruckcylinder arbeiten für gewöhnlich mit ẽ/, Füllung. Die Rohr⸗
leitung und die Ventile der Dampfmaschinen ermöglichen die Speisung jedes Cylinders
mit frischem Dampf, die Maschinen können daher auch, wie gewöhnliche Zwillings—
maschinen betrieben werden.
Der Abdampf gelangt bei normalem Betriebe in den Condensator, er kann
jedoch nöthigenfalls auch in den Saugschacht direkt abblasen.
Bei der am 2. Februar 1894 erfolgten Abnahme beider Maschinen ergab
sich bei einer Tourenzahl von nur 46,5 pro Minute eine indicirte Maschinenleistung
von 354 HP und eine effektive Pumpenleistung von 292 HP. Es wurden hierbei