Full text : Fest-Schrift zum 50-jährigen Jubiläum der Grube Heinitz

Zur Erläuterung und Ergänzung sei noch Folgendes erwähnt:
Sämmtliche Förderschächte der Grube Heinitz besitzen eiserne Seilscheibengerüste,
welche mit Ausnahme des bei Heinitzschacht III befindlichen auch freistehend ausge—
führt sind. Die geringste Höhe der Seilscheibenachsen über der Hängebank findet sich
bei dem, wie hier erwähnt sein mag, ältesten im Saarbrücker Bezirke in Eisen aus—
geführten Seilscheibengerüst des Heinitzschachtes IV mit 12,00 m, die entsprechende
zrößte Höhe mit 26 m hat dasjenige bei Heinitzschacht III. Die horizontale Ent—
fernung vom Schachtmittel bis zur Seilkorbachse ist bei fast allen Hauptförderanlagen
eine bedeutende, indem dieselbe nicht unter 21 im bei den Dechenschächten J und II,
dagegen bei den Heinitzfschächten IIII IV und II 26,5 bezw. 39,0 bezw. 45,15 m
beträgt.
Die Erneuerung der in Holz ausgeführten und in massive Förderthürme einge—
bauten Seilscheibengerüste der Abtheilung Dechen hat erst kürzlich begonnen, indem
der Dechenschacht II nach Beseitigung des steinernen Förderthurms ein 21 4a. hohes,
freistehendes Gerüst erhalten hat. Die von 3,76—4,00 m Durchmesser haltenden
Seilscheiben, deren Construktion — gußeiserne Nabe und desgleichen Kranz mit
schmiedeeisernen Speichen — im Uebrigen Besonderheiten nicht aufweist, sind bei
sämmtlichen Anlagen nebeneinander verlagert.
Die Fördermaschinen sind daher so aufgestellt, daß die Seilkorbachse parallel
zur Längsachse der rechteckigen Schächte verläuft. Sämmtliche Fördermaschinen auf
beiden Gruben sind als liegende Zwillingsmaschinen mit gesteuerten Ventilen, zum
Theil wie diejenigen bei Heinitzschacht II und neuerdings bei Dechenschacht 11 als
Verbundmaschinen ausgeführt. Die äußere Steuerung wird überall mittelst Coulisse
bewirkt. Die Fördermaschinen sind mit Dampf- und Hand-Bremsen versehen und
treten erstere zum Theil beim Uebertreiben des Korbes von selbst in Wirksamkeit.
Die Seilkörbe sind bei allen Anlagen cylindrisch, überall getrennt und jeder
für sich verstellbar. Die älteren Anlagen haben noch 3, die neuen Maschinen nur
mehr 2 Seilkorbachsenlager.
Bei der Schachtförderung stehen ohne Ausnahme Rundseile in Anwendung.
Das Material ist zur Zeit überall Tiegelgußstahl. Der Seildurchmesser schwankt
bei den Hauptförderschächten von 38 bis 43 inm, die Anzahl der Drähte von 114
bis 133, das Gewicht eines laufenden Meters Seil von 5,7 bis 6,8 Kg.
Die Aufliegedauer beträgt 1, —2 Jahre bei den Hauptschächten. Der Seil—
anschluß der Förderkörbe wird mittelst Königsstange bewirkt, welche mit dem Korbe
durch eine Schraubenfeder elastisch verbunden ist. Die Seilbefestigung erfolgt durch
Seilschlösser. Im Falle eines Bruches der Königsstange treten 2 Sicherheitsketten
in Anwendung, welche alsdann die Verbindung zwischen Korb und Seil herstellen.
Fangvorrichtungen und Seilausgleichungen sind nirgends mehr vorhanden. Als
Material zur Anfertigung der Förderkörbe dient zumeist Flußeisen in Verbindung
mit Schweißeisen. Dieselben sind bei den Hauptförderschächten sämmtlich zweibödig
für je 4 zu 2 nebeneinander stehenden Förderwagen eingerichtet.
Als Aufsatzvorrichtungen für die Förderkörbe an der Hängebank stehen ver—
schiedene Systeme in Gebrauch. Die neuerdings am meisten bei den hiesigen Förder—
schächten angewandte Art ist die der Firma Haniel und Lueg zu Düsseldorf-Grafen—
berg patentierte Construktion.
            
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