Full text : Fest-Schrift zum 50-jährigen Jubiläum der Grube Heinitz

des Schachtstoßes dient Verpfählung. Einstriche, Fahrten und Bühnen bestehen in
diesem Theile des Schachtes aus Eichenholz. Von der 3. bis zur 4. Tiefbausohle
ist der Schacht in Backsteinmauerung gesetzt. Einstriche, Fahrten und Bühnen sind
hier aus Eisen. Das in den Jahren 1892 /93 erfolgte Ueberbrechen dieses Schachtes
von der 4. nach der 3. Sohle mit 2 m Länge und 2 mm Breite erforderte einschließ—
lich der Nothzimmerung 117,50 Mk. für das Meter. Das Nachreißen des Schachtes
stellte sich einschließlich der Nothzimmerung für das Meter auf 318,50 Mk. Die
alsdann bewirkte Ausmauerung von der 4. nach der 3. Sohle kostete an Material
und Arbeitslohn noch 479,00 Mk., sodaß sich die Gesammtkosten für diesen Theil
des Schachtes für das Meter einschließlich Material der Einstriche, Fahrten, Bühnen
auf 915,00 Mk. belaufen haben.

Besonders bemerkenswerth ist der ebenerwähnte Dechenschacht III wegen
der Eintheilung der Schachtscheibe und der Mannigfaltigkeit der Ausnutzung derselben.
Der Schacht dient hauptsächlich zum Einhängen von Holz und sonstigen Materialien
nach allen betriebenen Tiefbausohlen hin, sodann als Hülfsförderschacht, ferner zur
Aufnahme der Dampfzuleitung für die große unterirdische Wasserhaltungsanlage in
der 4. Tiefbausohle nebst der zugehörigen Druckleitung. Außerdem befindet sich
das Pumpengestänge und die Steigrohrleitung einer zur Reserve dienenden ober—
irdischen Wasserhaltungsmaschine Woolf'schen Systems darin. Ferner ist die Trink—
wasserleitung für einen unterirdischen Pferdestall, die Preßluftleitung der Grube und
in dem Theile von der 2. nach der 4. Sohle die Spritzwasserleitung darin einge—
baut. Der Schacht ist daher seinen vielseitigen Zwecken entsprechend in ein Trans—
porttrumm, 2 Pumpentrümmer, 1 Fahrtrumm und 2 Fördertrümmer eingetheilt.
Bezüglich der Eintheilung der Schachtscheibe bei den übrigen Schächten der
beiden Gruben sei auf die beigegebene Karte hiermit verwiesen.
Beim Ausbau von Querschlägen und Strecken werden eiserne Streckengestelle
nicht mehr in dem Maße wie früher verwendet, da dieselben für druckhafte Gebirgs—
verhältnisse, welche sich bei dem Bau der nahe zusammen liegenden Flötze der Heinitzer
Fettkohlenpartie geltend machen, wenig geeignet sind.

Abgesehen von der nur selten, nämlich bei starkem Druck in sprunghaftem Ge—
birge nothwendig werdenden Streckenausmauerung ist man allgemein wieder zur
Zimmerung mit Eichen- und Nadelholz zurückgekehrt. Querschläge und Strecken,
welche sehr lange offen erhalten werden müssen, wie die Hauptförder- und Wetter—
Querschläge und Wasserlösungsstrecken, werden fast immer in Eichenholzzimmerung
gestellt. Beim Grundstreckenbetrieb wendet man bei starkem Druck Thürstockzimmerung
aus starkem Nadelholz an. Dasselbe ist der Fall bei der Herstellung von Brems—
bergen und einfallenden Strecken, wo maschinelle Förderung umgeht.
Zur besseren Erhaltung der bei der Zimmerung verwandten Hölzer, ins—
besondere der Nadelhölzer, für Strecken im ausziehenden Wetterstrom und ferner
für Stellen, an denen die Hölzer zum Theil im Wasser stehen, hat man dieselben
mit einem Anstrich von Carbolineum versehen und damit bis jetzt recht günstige Er—
ahrungen gemacht. Die Kosten der mit Carbolineum getränkten Nadelholzstempel
in den Längen zwischen 2,0 und 3,0 m und 20—24 em Durchmesser betragen
durchschnittlich nur 13 Pfg. mehr als die der rohen Stempel.
            
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