Full text : Fest-Schrift zum 50-jährigen Jubiläum der Grube Heinitz

dem Aeakussprung schart, und im Verein mit diesem die bedeutendere Sprunghöhe
verursacht hat. Weitere den Betrieb mehr oder weniger beeinflussende Sprünge sind
im Heinitzer Abtheilungsfeld:
1) der Ceressprung im südwestlichen Feldestheil, der mit 450 nach Südwest
einfällt, von Nordost nach Südwest streicht und sich weiterhin nach
Westen umwendet und am Cerberussprung absetzt;
der Vampyrsprung, der steil nach Osten einfällt und sich nach Norden
auskeilt;
3) der mit 700 nach Nordost einfallende Westliche Sprung.
Der Friedrichsthaler Grenzsprung mit nur geringer Verwurfshöhe, der von
Nord nach Süd streicht und nach Westen einfällt, ist mit dem Bildstockschacht
durchteuft.

2)

Im Dechener Felde ist noch der Radamanthussprung zu erwähnen; derselbe
streicht von Nord nach Süd mit einem westl. Einfallen von 750. Er durchsetzt im
südlichen Felde den Minossprung und scheint sich nach Norden hin wieder mit demselben
zu scharen.

Der Betrieb des Steinkohlenbergwerks Heinitz geht, wie bereits angegeben, auf
den Flötzen der Fettkohlenpartie*) um, die eine Gesammtmächtigkeit von rund 300 m
hat. In derselben tritt eine große Anzahl von Flötzen auf von ganz geringer Stärke
bis zu 3Z m Mächtigkeit. Die Flötze wechsellagern mit Schieferthon, Sandstein und
Tonglomeraten; die beiden letzteren gehen häufig in einander über.
Bei der Ablagerung lassen fich 3 durch stärkere conglomeratreiche Mittel deutlich
getrennte Gruppen unterscheiden. (Siehe Tafel 1) **3
Das Verhalten der Flötze in Bezug auf die Mächtigkeit, die Güte der Kohle
und die eingelagerten Mittel ist ein äußerst wechselndes sowohl dem Einfallen als
auch dem Streichen nach, so daß die Anzahl der in den beiden Abtheilungen und
auch in den verschiedenen Sohlen gebauten Flötze nicht die gleiche ist. Eine bestimmte
Regel läßt sich indessen in den Veränderungen des Verhaltens der Flötze nicht
beobachten.

Auf der Abtheilung Heinitz werden 12 Flötze mit einer Gesammtmächtigkei.
von 190m, auf Abtheilung Dechen 18 Flötze gebaut (siehe Profiltafel); von den
letzteren kommen mehrere jedoch nur in kleineren Partieen zum Abbau.
Im Liegenden der Fettkohlenflötze sind durch den liegenden Heinitzstolln die

*) Die untersten Flötze der die Fettkohlenflötze überlagernden liegenden Flammkohlenpartie,
das 80 em und 90 em Flötz, baut im nördlichen Theile des jetzt im Bau begriffenen Heinitzer
Feldes zwischen dem westl. Hauptsprung (Fortsetzung des Aeakussprunges) und dem Cerberus—
sprung die Grube Friedrichsthal; zwischen dem westlichen Hauptsprung und dem Sekundussprung
sind diese Flötze noch nicht gebaut.
Die hangenderen Flötze der liegenden Flammkohlenpartie werden zwischen dem Sekundus—
und dem Redener Grenzsprung von der Grube Reden und westlich des letzteren von der Grube
Friedrichsthal gebaut.
x*) In dem Mittel zwischen Braun und Bonin tritt das sogenannte Thonsteinflötz auf.
In diesem Flötz, das nicht für bauwürdig befunden wurde, sind Wetterstrecken aufgefahren.
Das dabei fallende Thonsteinmittel wurde in einer Mächtigkeit bis zu 30 em gewonnen und
dem Grundeigenthümer (Forstfislus) gegen Erstattung der Förderkosten ꝛc. zur Verwerthung
aüͤberlassen; den Thoöonstein benutzte man zur Herstellung feuerfesten Materials.
            
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