Full text : Fest-Schrift zum 50-jährigen Jubiläum der Grube Heinitz

Der Heinitzstolln gehörte zur Grube König bei Neunkirchen, deren Betriebs
leiter der Obergeschworene Busse zu Wellesweiler war; die Grube König unterstan
der 2. Bergmeisterei unter dem Dirigenten Bergmeister Lütke zu Saarbrücken.
Die weitere Entwicklung der Grube Heinitz ist in der geschichtlichen Uebersich:
im Abschnitt 3 gegeben.

2. FJagerungs- und allgemeine Verhältnisse.

Das Königliche Steinkohlenbergwerk Heinitz, das aus den beiden Abtheilungen
Heinitz und Dechen besteht, baut auf der liegenden Saarbrücker Flötz- (Fettkohlen-)
Partie zwischen dem Sekundussprung*) und dem Cerberussprung bezw. einem östlich
bom Ausgehenden desselben gegen die Grube Altenwald festgelegten Sicherheitspfeiler
siehe Anlagen, Tafel 1).
Die beiden genannten Grenzsprünge streichen von Nordwest nach Südost; der
Sekundussprung fällt nach Nordost mit 600 und der Cerberussprung nach Südwest
mit 55 bis 600 ein. Die seigere Verwurfshöhe des letzteren beträgt ungefähr 200 m,
die des ersteren 40 m auf der 3. Sohle.
Gegen Süden wird das Feld durch den südlichen Hauptsprung bezw. durch die
Landesgrenze begrenzt; nach Norden ist eine Baugrenze nicht festgelegt.
Das Haupistreichen der Flötze ist O80 nach WNW; das Einfallen nach
ONO gerichtet und zwar am Ausgehenden unter einem Winkel von 40 bis 450,
das nach der Teufe sich bis fast auf 0Oo verflacht, weiterhin aber wieder steiler wird
(siehe Tafel 1).
Das Baufeld hat in der Linie der Heinitzschächte zwischen dem Sekundussprung
und dem Sicherheitspfeiler gegen die Grube Altenwald rund 3700 m**) streichende
Länge, gewinnt jedoch nach der Teufe zu dadurch, daß die Grenzsprünge nach
Norden hin auseinanderlaufen und außerdem nach den Nachbarfeldern zu einfallen.
So wie die Grenzsprünge, durchsetzen auch fast alle übrigen bedeutenderen
Störungen das Feld diagonal oder quer.
So u. A. der die Felder Heinitz und Dechen scheidende Minossprung, der von
Nord nach Süd streicht, bei 500 westl. Einfallen und seigerer Verwurfshöhe von 110
dis 170 m. Westlich von diesem etwa in der Mitte des Feldes der Abtheilung
Heinitz der von Südost nach Nordwest streichende Aeakussprung, der mit 70 nach
Nordost einfällt und im südlichen Felde etwa 40 mm ins Liegende verwirft; weiter
im Norden ist die Berwurfshöhe zu 170 m festgestellt. Letztere Erscheinung ist
wahrscheinlich dadurch zu erklären, daß ein mitten im Dechener Feld auftretender
Sprung, der unter einem Winkel von 80 bis 900 nach Nordosten einfällt, sich mit

x) Für die oberen Sohlen galt der Sprung selbst als Warkscheide; nach der Teufe
zu hat sich derselbe in mehrere kleine Sprünge zertrümmert, die diagonal in das Feld der
Grube König hineinsetzen und nur eine geringe Verwurfshöhe haben, so daß sie fernerhin
als Grenze nicht in Betracht kommen können; für die tieferen Sohlen ist deshalb eine seigere
Ebene als Marktscheide angenommen, die ungefähr mit denm Ausgehenden des Sekundussprunges
zusanmenfällt.
**) Abtheilung Heinitz 2800 m.
F Dechen 1400 m.

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