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Die „Patrioten“ und der Handwerkerverein
Auch in eine große Anzahl von auswärtigen Zeitungen sind die
Wogen des Kampfes gedrungen. Ich nenne Ihnen die „Forbacher Zeitung“,
das „Saarl. Journal“, die „Pfälzer Presse“, die „Rheinisch-Westfälische
Zeitung“, die „Berliner Neuesten Nachrichten“, die „Volksrundschau“ und
wahrscheinlich gibt es noch eine Reihe anderer Zeitungen, die für oder
zegen uns Stellung genommen haben. Die Artikel in der „Berliner
Neuesten Nachrichten“ und in der „Rheinisch-Westfälischen Zeitung“ müssen,
das läßt sich aus dem Inhalt schließen, aus derselben Feder hervorgegangen
sein. Welcher Art diese Artikel sind, das ersehen Sie aus dem folgenden
Satze in den „Berliner Neuesten Nachrichten“: „Mit dieser ganzen Rede
hatte Naumann kein Glück. Alle patriotischen Mitglieder protestierten heftig
gegen das fernere Auftreten Naumanns im Handwerkerverein und fordern
in eingesandten Zeitungsartikeln zum allgemeinen Kampfe gegen die Nau—
mann'schen Theorien auf“. (Heiterkeit). Dieser Satz enthält neben der
groben Unwahrheit, daß Naumann mit seiner Rede kein Glück d. h. also
doch keinen Beifall gefunden hatte, auch noch eine Beleidigung für unsere
Mitglieder. Es wird ziemlich deutlich allen unsern Mitgliedern, die sich
nicht auf die Seite der „mehreren Patrioten“ gestellt haben, der Vorwurf
eines Mangels an Patriotismus gemacht. GSehr richtig!) Alle diese Mit—
glieder sind unpatriotisch und in erster Linie ist es natürlich der Vorstand!
Heiterkeitß
Der kostbarste Artikel aber war der in der „Trierer Zeitung.“ Es
ist wirklich schade, daß Ihnen dieser Artikel seines politischen Inhaltes
wegen nicht ganz vorgelesen werden kann. Ich will annehmen, daß der
Korrespondent aus weiter Ferne zu uns gekommen war und erst einige
Tage in unsere Städte verweilt hatte, als er den Artikel schrieb. Denn
was schreibt der Herr? „Ja man muß zusehen, wie sich Herrn Naumann
und seinen Gesinnungsgenossen die Pforten des Saarbrücker Handwerker—
dbereins öffnen, wo sie ungleich mehr anrichten können als bei dem gebil—
deten Mann.“ (Etürmische Heiterkeit).
Meine Herren, dieser Korrespondent ist wirklich zu entschuldigen: er
kannte unseren Verein nicht. Aber was soll man dazu sagen, daß eine
hiesige Zeitung — Rufe: „welche?“ — der „General-Anzeiger“ —, die den
Charakter unseres Vereins doch kennen sollte, einen solchen Unsinn abdruckt.
Es hält wirklich schwer, da Entschuldigungsgründe zu finden. (Bewegung.)
Nun, meine Herren, der Zeitungskampf ist jetzt eingestellt, wir sind
heftig angegriffen worden, wir haben uns verteidigen müssen gegen Unwahr—
heiten, gegen Entstellungen und gegen Verleumdungen. Es können solche
Vorkommnisse gewiß nicht die Lust vermehren, einen Teil unserer Arbeits—
kraft, einen Teil unserer freien Zeit einer gemeinnützigen, an und für sich
sehr guten Sache zu widmen. Niemand kann es allen recht machen, und
bei einem so verschiedenartig zusammengesetzten Verein, da werden die Männer,
die zur Leitung des Vereins gewählt worden sind, sicherlich die verschieden—
sten Beurteilungen erfahren. Das läßt sich nicht vermeiden, aber verlangen
können und müssen wir, daß die Mitglieder ihre Wünsche und Bedenken in