Die „Patrioten“ und der Handwerkerverein.
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zu verwechseln. Mit dieser Dame wollen wir in der That den Hand—
werkerverein „beglücken.“ Mögen doch die Herren „Patrioten“ den Vor—
trag besuchen und ihn dort sachlich kritisieren. Nach diesen Ausführungen
bedarf es wohl keines weiteren Beweises, wie völlig grundlos jene Be—
schuldigungen sind, wir hätten „Unfriede“, „Verhetzung“ und „Störung
des guten Einvernehmens zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern“ ver—
ursacht. Wir weisen eine solche beleidigende Beschuldigung, in der zugleich
eine Verhöhnung der Urteilskraft der Mitglieder liegt, hiermit als völlig
nichtig, unwahr und durch nichts bewiesen zurück. Die Gesichtspunkte, die
bei der Auswahl der Redner maßgebend sind, gehen aus obiger Erklärung
hervor. In unserem Vereine haben schon Redner aus allen Parteien mit
Ausnahme wohl allein der sozialdemokratischen gesprochen, selbstverständlich
ohne dabei für ihren engern Parteistand zu agitieren. Daß dies nicht
statthaft ist und daß wir dies ebenso wenig dulden, wie das Berühren
konfesfioneller Gegensätze, darüber wird jeder neue Redner genügend auf—
geklärt. Wenn wir nun hervorragendẽ Männer der verschiedensten Partei—
stellungen in unserem Vereine auftreten und unter der erwähnten Voraus—
jetzung über allgemein interessierende Themata sprechen lassen, so ist es
oöllig falsch, hieraus zu folgern, daß der Vorstand den Verein in die eine
oder andere politische Richtung hineinzubringen suche. Das ist sowohl bei
der Zusammensetzung unseres Vereins, als auch bei der Zusammensetzung
des Vorstandes völlig unmöglich. Im übrigen müssen wir die Herren
Einsender, falls sie überhaupt Mitglieder sind, dringend bitten, ihre Wünsche
und Ausstellungen bezüglich der Rener in den Hauptversammlungen
des Vereins geltend zu machen, dort werden wir Rede und Autwort stehen
und alle Vorschläge zur Rednerliste gern in Erwägung ziehen.
Zum Schlusse noch ein Wort zur Unterschrift des Artikels. Wir
müssen gegen sie auf das Entschiedenste Verwahrung einlegen, insofern als
sie die Deutung zuläßt, als ob das Vorgehen des Vorstandes unpatriotisch
gewesen wäre. Solange der Verein besteht, ist nicht ein einziger Vortrag
in ihm gehalten worden, der gegen die vaterländische Gesinnung verstoßen
hätte, wohl aber haben wir die Vaterlandsliebe durch viele Vorträge zu
wecken gesucht. Wir wollen annehmen, daß sich die Herren Einsender nicht
bewußt gewesen sind, welche Anmaßung darin liegt, sich im Gegensatze zu
uns als Patrioten zu unterzeichnen. Unsere Gesinnungen in dieser Hinsicht
find bekannt, wir haben nicht nötig, ihnen öffentlich Ausdruck zu geben.
Der Vorstand des Handwerkervereins
(GVereins für Volksbildung).
Dieser Antwort des Vorstandes folgten sofort mehrere andere
aus Mitgliederkreisen in der „Saarbrücker“ und „St. Johanner
Zeitung“, in denen der Entrüstung über das Vorgehen der
„Patrioten“ deutlich Ausdruck gegeben wurde.
Auch die Redaktion der „St. Johanner Ztg.“ nahm zu dem
Kampfe Stellung und schrieb sehr treffend: