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Die „Patrioten“ und der Handwerkerverein.
demokratische Blätter Verhetzenderes auch nicht erfinden können. Hier eine
Probe:
„Doch Ihr wart da — und es packt mich der Zorn.
Ich balle die Fäufte: Betrogen!
Um Jugend hat wie um Sonnenschein,
Um menschenwürdiges Erdensein
Euch der Mammon, das Gold belogen.
Wo bist Du, Christ? ruft die Seele empor,
Du willst ja Gebete erhören,
So komm', befrei' die Bedrängten hier,
Und müßte darob eine Sündflut schier
Die entartete Welt zerstören.“
Und mit dieser Dame will der Handwerkerverein uns noch beglücken!
Wir meinen, alle Mitglieder des Vereins, die es mit dem Frieden zwischen
Arbeitgebern und Arbeitnehmern, und damit mit dem Blühen unserer In—
dustrie und Gegend ernst meinen, sollten endlich einmal den Männern, die
es für angezeigt halten, Professor Wagner, Naumann und Frau Gnauk
herzurufen, zu erkennen geben, daß sie auf solche Danagergeschenke gern ver—
zichten, und daß der Handwerkerverein nicht dazu da ist, für Verhetzung
der auf einander angewiesenen Faktoren in unserem blühenden Erwerbs—
leben zu sorgen. Die evangelischen Arbeitervereine aber ganz besonders
sollten sich ein Beispiel an ihren niederrheinischen Brudervereinen nehmen,
die auch nicht gestatten wollen, daß ihnen sozialistische Hetzer das möglichste
Einvernehmen und Handinhandgehen mit den Arbeitgebern stören.
Mehrere Patrioten.
Das erste Gefühl, das dieses Eingesandt überall da hervor⸗
rief, wo politischer Haß noch nicht das Urteil getrübt hatte, war
das der Empörung und zwar sowohl über die grundlosen Vorwürfe
der „Verhetzung“ und der „Störung des guten Einvernehmens
zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern,“ *) die deutlich den
Leitern des Vereins gemacht wurden, als auch über den Mißbrauch
mit dem Wort „Patrioten“, das die Einsender mit einer erkenn—
baren Absicht gebraucht hatten. Wen man sich unter diefen
„mehreren Patrioten“ vorzustellen hatte und wo die erste An—
regung zu dem Angriff zu suchen war, darüber blieb niemand,
der die hiesigen Verhältnisse kannte, im Unklaren. Später wurde
allgemein bekannt, daß für das Eingesandt in der „Saarbr. Z3tg.“
ein Fabrikant in St. Johann, der zu Herrn von Stumm in
freundschaftlichen Beziehungen steht, verantwortlich zu machen ist.
) „Arbeiter“, im engeren Sinne des Wortes sind überhaupt nur sehr
wenige im „Handwerkerverein“.