Die „Patrioten“ und der Handwerkerverein.
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es dank der ernsten Fürsorge des Staates und aller Industriellen für das
Wohl ihrer Angestellten und Arbeiter hier besteht, nur gestört werden
Die von Pfarrer Naumann vertretene Richtung ist in der „Hilfe“
mit seltener Offenheit dargelegt und wenn noch vor kaum Jahresfrist die
Warnungen eines unserer hervorragendsten Industriellen vor seiner volks—
verhetzenden Thätigkeit nicht überall Glauben fanden, wenn man damals
noch glaubte, das stürmische Vorgehen Naumanns werde mit der Zeit nach—
lassen, so sieht man sich doch darin jetzt arg getäuscht. Der beste Beweis
für prinzipielle Feindschaft dieses Agitators gegen die Arbeitgeber ist doch
der jetzt ausgebrochene Zwist zwischen ihm und den niederrheinischen evan—
gelischen Arbeitervereinen darüber, daß diese in ihren Statuten das mög—
lichst gute Einvernehmen mit den Arbeitgebern betonen wollen, wogegen
Naumann Einspruch erhebt. Seine bisher der Sozialdemokratie gegenüber
eingehaltene Stellung kennzeichnet eine in seinem Organe enthaltene Lob—
rede des Pfarrers Wenk in Darmstadt auf den sozialdemokratischen Abge—
ordneten von Vollmar nicht minder als sein Ausspruch beim Tode des
Erzrevolutionärs Engels:
„Als Sozialisten sind wir Engels Dank schuldig, denn er hat viel
zur klaren Ausbreitung sozialistischer Gedanken beigetragen. . .“. Auch
am Sarge von Fr. Engels müssen wir gegen seine Philosophie protestieren,
wir thun es aber, indem wir zugleich aus Hochachtung () für seine Leistungen
auf volkswirtschaftlichem Gebiete im Geiste einen schlichten Kranz niederlegen.“
Mit solchen Ansichten befindet sich Herr Naumann allerdings in
guter Gesellschaft, denn auch Professor Wagner hat es sich nicht versagt, in
seiner Antrittsrede als Rektor der Universität Berlin die Revolutionäre
und erbittertsten Feinde unseres teueren Vaterlandes Lassalle, Marx, Engels ꝛc.
den größten Denkern an die Seite zu stellen, ganz vergessend, daß die
übrigen von ihm gemeinten Philosophen vaterlandsliebende und von patriotischer
Gesinnung beseelte Männer sind, während jene den Umsturz und die Ver—⸗
nichtung alles uns Lieben und Werten predigen!
Fragen wir endlich nach den Verdiensten der Frau Gnauk, so hat
sie sich zuerst durch die Aufsätze in Nr. 6 und 7 der „Hilfe“: „Erinnerungen
einer freiwilligen Arbeiterin“ bekannt gemacht. Die Uebertreibungen und
Maßlosigkeiten dieser Artikel hat Professor Hans Delbrück in Nr. 11 der
„Hilfe“ genügend an den Pranger gestellt, er resümiert seine Ansicht dar—
über dahin:
„Nichts ist in der Sozialpolitik gefährlicher und falscher, als For—
derungen mit Empörung der Leidenschaft vorzutragen, die ihrer Natur nach
unerfüllbar sind; ja, wo der Ankläger nicht einmal einen greifbaren Vor—
schlag der Besserung zur Diskussion stellt. Solche Behandlung der Dinge
reizt und erbittert, ohne den geringsten Nutzen zu schaffen.“
Die mit E. G. unterzeichneten „Lieder einer freiwilligen Arbeiterin“
in Nr. 3 der „Hilfe“ haben doch wohl auch Frau Elisabeth Gnauk zur
Verfasserin. Sie sind in einer so volksverhetzenden Weise abgefaßt, daß
man sich fragt, wie sie in ein „christliches“ Blatt kommen, während sozial—