Full text : Freiherr von Stumm-Halberg und die evangelischen Geistlichen im Saargebiet

OHie „Patrioten“ und der Handwerkerverein

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Mittel — der Beitrag beträgt vierteliäh ich 1 Mark — zum
weiteren Aufblühen des Vereins gesichert sind, ist besonders dem
Umstande zuzuschreiben, daß der Verein eine Reihe von hervor⸗
ragenden Männern des deutschen Geisteslebens, wie Rittershaus,
Onken, Theobald Ziegler, Tanera, Bulthaupt, Adolf Wagner und
andere als Redner gewann, die durch ihre Gelehrsamkeit, ihre
rednerischen Leistungen wie überhaupt durch ihre Persönlichkeit eine
große Anziehungskraft auf die Zuhörerschaft ausübten und damit
dem Vereine zahlreiche neue Mitglieder zuführten.
Während nun die Mitglieder über die vielen geistigen An—
regungen, die der Verein bot, lebhaste Genugthuung empfanden
und auch dafür dankbar waren, daß sie mitunter Gelegenheit
hatten, in wissenschaftlichen Vorträgen bedeutende Persönlichkeiten
kennen zu lernen, die in politischer Hinsicht vielleicht ihre Gegner
waren, suchte auf einmal unmittelbar nach dem Vortrage des
Pfarrers Naumann im Oktober 1894 Freiherr von Stumm,
der selbst kein Mitglied des Vereins ist und ihn auch nie irgend⸗
wie unterstützt hat, in die selbständigen Entschließungen des Ver—
eins hemmend einzugreifen. Pfarrer Naumann hatte am 4. Okt.
1894, nachdem er vorher in der ausführlichsten Weise ausdrücklich
darauf aufmerksam gemacht worden war, daß der Verein keinen
politischen Charakter habe und daher parteipolitische Erörteruugen
nicht zulasse, einen Vortrag über „Notstand, Almosen und Hulfs⸗
organisation“ gehalten und nicht nur wegen seiner gediegenen, im
Rahmen der Vereinssatzungen bleibenden Ausführungen, sondern
auch durch die herzliche Art und Weise, mit der er der Notleiden—
den gedachte, großen Beifall gefunden. Der Vortrag war belehrend
und zugleich sittlich bildend, entsprach also vollkommen dem Zweck
des Vereins. Die „Saarbrücker Zeitung“ brachte nicht nur eine
sehr günstige Beurteilung, sondern auch eine ausführliche Inhalts⸗
angabe des Vortrags; das aber erregte nicht nur die Aufmerksam—
keit, sondern, wie wir annehmen müssen, auch den Unwillen des
Herrn von Stumm. Er schrieb an einen unserer Abgeordneten
einen Brief, worin er auf die angebliche Gefährlichkeit von Nau—⸗
manns Auftreten aufmerksam machte und sich namentlich über die
„Saarbrücker Zeitung“ entrüstet zeigte. Daraufhin unterzog sich
Herr Landtagsabgeordnete Olzem der Aufgabe, der Redaktion der
„Saarbrücker Zeitung“ wegen der Veröffentlichung des Berichtes
            
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