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Die „Patrioten“
und der Handwerkerverein.
Der „Handwerkerverein“ unserer Städte wurde im
Jahre 1864 nach dem Vorbilde des Berliner Handwerkervereins
gegründet und stellte sich die Aufgabe, das geistige und materielle
Wohl des Handwerkerstandes zu fördern. Sehr bald aber er—
weiterten sich mit der Aufnahme von Mitgliedern aus anderen
Ständen und mit der Veranstaltung allgemein interessierender
Vorträge die Ziele des Vereins und näherten sich immer mehr
denen eines Volksbildungsvereins. Zu einem solchen ist er
in den letzten Jahren vollständig geworden und dieser Umwandlung
entsprechend nahm er im Jahre 1894 zu seinem bisherigen Namen
„Handwerkerverein“, der aus Pietät beibehalten wurde, obwohl er
nicht mehr passend ist, den zweiten Namen „Verein für Volksbildung“
an und bezeichnete ferner bei der Revision der Satzungen
im Jahre 1895 als feine alleinige Aufgabe „die Förderung von
geistiger und sittlicher Bildung.“ Am dieser edlen Sache—
der Volksbildüng, die zugleich eine Versöhnung der Klassengegen—
sätze in sich schließt und daher gleich warm von allen Vaterlands—
freunden und ganz besonders von den Behörden gefördert werden
sollte, einen möglichst breiten Boden zu schaffen, war das Bestreben
des Vorstandes in erster Linie auf die Gewinnung zahlreicher neuer
Mitglieder aus den verschiedensten Ständen gerichtet, und er hat
in der That die Genugthuung, zu sehen, daß durch erhöhte Leistungen
des Vereins die Mitgliederzahl in den letzten 3 Jahren von 500
auf 1100 gestiegen ist. Zurzeit sind alle Stände im Verein ver—
treten, die überwiegende Mehrzahl bilden Beamte und Kaufleute.
Diesen erfreulichen Aufschwung, durch den auch die finanziellen