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Persönliches
Vorwürfe: 1) den einer Beleidigung des Andenkens unseres
hochseligen Heldenkaisers; 2) den einer Beleidigung des
Offizierkorps, sowie aller derjenigen, welche sich den betr. mili—
tärischen Vorschriften unterwerfen; 3) den Vorwurf einer Ver—
letzung seiner Person und 4) einer Gefährdung des öffent—
lichen Friedens (!).
Es war dem Redakteur ein Leichtes, diese horrenden Anklagen
in sachlicher, aber festbestimmter Weise zu widerlegen, beziehungs—
weise das Körnlein Wahrheit, das in ihnen hinsichtlich des Offizier—
duells enthalten war, feinerseits anzuerkennen. Letzterem gab fol—
gende Nachschrift zu den Duellartikeln in Nr. 25 des „Evangelischen
Wochenblatts“ Ausdruck:
„Nachschrift. Wir sind darauf aufmerksam gemacht worden, daß in
dem Satz des vorigen Artikels: „Das Duell müßte mindestens dem Ver—
brechen des gemeinen Raufbolds gleich behandelt werden . . .“ eine Beleidi—
gung des Offizierkorps gefunden werden könnte. Wir geben deshalb
gern der Ueberzeugung Ausdruck, daß der dort gebrauchte scharfe Vergleich
auf den Offizier, aktiven wie verabschiedeten, weil der Zweikampf für ihn
in gewissen Fällen auf militärischer Vorschrift beruht und er sich demfelben
eventuell nur unter Preisgabe seines Lebensberufes entziehen kann, nicht
anwendbar ist. Gleichwohl bleibts eine Forderung der christlichen Sittlich—
keit, daß die bezüglichen militärischen Vorschriften nach den Grundsätzen des
Evangeliums abgeändert werden müssen.“
Aufgrund dieser Duellartikel und der dadurch veranlaßten
Korrespondenz hat Freiherr von Stumm das Abonnement auf das
„Evangelische Wochenblatt“ für sein Haus und seine sämtlichen
Wohlfahrtsanstalten wiederum, wie Ende des Jahres 1889, abbe—
stellt. Wir bedauern das, können ihm aber natürlich das Recht
dazu nicht bestreiten. Auch heute noch, ja heute erst recht (wie das
aus unseren weiteren Darlegungen erhellen wird), ist das Blatt
von ihm mit dem Banne belegt, der nur zuweilen durchbrochen zu
werden scheint, wie aus folgendem Satz seiner Neunkircher Rede
hervorgeht: „Vorgestern kommt mir das Blatt wieder in die
Hände, ich lese es sonst nicht mehr.“ Die Sympathie des Gönners
hat fich in die Antipathie des Gegners verwandelt, und unser Blatt
erscheint trotz seiner kirchlich positiven und politisch gemäßigten
Richtung des revolutionären Sozialismus stark verdächtig.
Zu unserer Rechtfertigung aber, falls wir derselben überhaupt
noch bedürften, können wir auf den wachsenden Unwillen hinweisen,
der sich seit Jahr und Tag gegen den Duellunfug in unserem Volke