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Persönliches.
hatte, das wollen wir hier mit Stillschweigen übergehen. Verhehlen
aber können wir nicht, daß dieser für die Denk- und Handlungsweise
des Freiherrn von Stumm, welchem die soziale Frage wesentlich eine
Machtfrage ist, so überaus charakteristische Vorgang bei vielen
seiner bisherigen Anhänger großes Befremden hervorrief, welches in
der Folgezeit durch Erfahrungen ähnlicher Art in weiten Kreisen,
namentlich bei dem größten Teil der evangelischen Geistlichen des
Saargebiets trotz seiner ihn gegenüber vielen seiner Standes- und
Berufsgenossen vorteilhaft auszeichnenden freundlichen Stellung zur
evang. Kirche leider zu einer völligen Entfremdung sich gesteigert hat.
Der zweite Akt des Dramas, der jedoch von geringerer
Bedeutung war, spielte im Jahre 1894. Damals war der Ge—
werkvereinschristlicher Bergarbeiter im Ruhrgebiet ge—
gründet worden, worüber das „Wochenblatt“ einen längeren Artikel
brachte, zu dessen Kennzeichnung wir den letzten Absatz, in welchem
unsere Stellung zu dem genannten Vereine dargelegt war, hier zum
Abdruck bringen. Derselbe lautet also:
„Die Befürchtungen sozialdemokratischer Umtriebe werden nach allem
Mitgeteilten dem jungen Verein gegenüber wohl allgemein als ungerecht—
fertigt erkannt werden. Wir können ihm gegenüber eine freundliche Stellung
einnehmen, freilich nur eine freundlich-abwartende. Denn ist es an
sich auch ein erfreuliches Zeichen, daß bessergesinnte und königstreue Arbeiter
sich trotz des verschiedenen Bekenntnisses vereinigen, um den Umsturz—
bestrebungen gegenüber im Einvernehmen mit den Arbeitgebern an der
Hebung ihres Standes zu arbeiten, so müssen wir doch auf Grund mannig—
facher Erfahrungen befürchten, daß die Religionsverschiedenheit die Klippe
ist, an der solche gemeinsame Unternehmungen scheitern. „Der Starke ist
am mächtigsten allein.“ Hier im Saargebiet wollen wir vollends nicht das
Beispiel zur Nachahmung empfehlen, so sympathisch wir dem Gewerkverein
im Ruhrgebiet gegenüberstehen. Wir leben hier unter ganz anderen Ver—
hältnissen. Dort sind die Inhaber der Bergwerke Aktionäre, deren Haupt—
interesse eine hohe Dividende ist, hier ist größtenteils der Staat alleiniger
Inhaber, dessen Behörden von vorne herein eine freundlichere und persön—
lichere Stellung zur Bergarbeiterschaft einnehmen. Immerhin bleibt jedoch
die Bildung dieses christlichen Gewerkvereins eine bedeutungsvolle Zeit—
erscheinung, und wir rufen ihm in Hoffnung eines Gelingens seiner Be—
strebungen zu: „Glück auf!“ —
Dieser Artikel mit seinem dem Gewerkverein zugerufenen
„Glück auf!“ erregte wiederum das Mißfallen des Freiherrn von
Stumm, da er allen Arbeiterorganisationen, besonders den gewerk—
schaftlichen, abhold ist und selbst die evangelischen Arbeitervereine