Persönliches.
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Stellung des Freiherrn von Stumm zu unserm Blatt ist fernerhin
auch Jahre lang eine freundliche und anerkennende geblieben. Hat
er ihm doch in der bekannten Neunkircher Rede vom 12. April
ds. Is. öffentlich das lobende Zeugnis ausgestellt, daß es „als ein
früher lediglich (7) erbauliches Blatt in hohem Maße segensreich
gewirkt habe.“ Auch die Redaktion (von 1874 —-1876 geleitet von
Pfarrer Hermann, von 1876 bis heute fortgeführt von Pfarrer
von Scheven) legte ihrerseits großen Wert auf ein gutes Einver—
nehmen mit dem patriotischen, kirchlich gesinnten, geistig hervor—
ragenden, einflußreichen und um die Entwickelung der Saarindustrie
hochverdienten Manne, und zahlreiche Artikel des Wochenblattes in
fast allen Jahrgängen sind Zeugen dafür, daß wir die hohen Ver—
dienste des Freiherrn von Stumm um die staatliche Sozialgesetz-—
gebung, wie ganz besonders um die Wohlfahrt seiner Arbeiterschaft
immer voll und freudig anerkannt haben. Gleichwohl liegen die
Wurzeln des in der Folgezeit sich abspielenden Konflikts wesentlich,
wenn auch keineswegs ausschließlich, in der Verschiedenheit der
sozialen Anschauungen.
Der erste Zusammenstoß erfolgte am Schluß des Jahres 1889.
Es war das die gährende, stürmische Zeit des ersten Bergmanns—
streiks im Saarrevier. Die Wochenblatts-Nummer vom 22. De—
zember enthielt nämlich in der politischen Wochenschau folgende Aus—
führungen, die wir zum besseren Verständnis für unsere Leser hier
unverkürzt zum Abdruck bringen:
„Auch der Saarbrücker Rechtsschutzverein hat sich mit einer
Petition an den Kaiser gewendet, in der er seine Beschwerden an Aller—
höchster Stelle vorträgt und um Abhülfe derselben bittet. Es ist ja sicherlich
das Vertrauen anzuerkennen, das sich gerade darin ausspricht, daß diese
Beschwerden direkt an das Ohr des Kaisers gerichtet werden; es liegt also
doch das durchaus richtige Gefühl nnd die Erkenntnis zugrunde, daß es
die Monarchie, das „soziale“ Königtum von Gottes Gnaden ist, das die
soziale Frage zu lösen berufen ist, eine Erkenntnis, die eine weite tiefe
Kluft gegenüber der Sozialdemokratie aufwirft. Allein andererseits ist doch,
soweit unsere Kenntnis der thatsächlichen Verhältnisse reicht, vieles in dieser
Petition übertrieben und einseitig dargestellt. Daß der Kaiser nichts von
solchen Agitationen wissen will, die statt zur Beruhigung der Gemüter bei—
zutragen, dieselben nur aufreizen, geht auch aus dem Umstande hervor, daß
dem Kaplan Dasbach die Erlaubnis zum Tragen eines päpstlichen Ordens
versagt worden ist. Es gährt noch überall gewaltig, wie in England, so
sind auch in Westfalen und im Saargebiete neue Ausstände ausgebrochen.
Der Berçchauptmann Brassert hat als Kommissar des Ministers für das