Persönliches
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treffens hatte ich zwar für unverfänglich gehalten, bekenne mich aber
unumwunden des Fehlers für schuldig, die Erwähnung Sr. Majestät
des Kaisers nicht streng genug vermieden und den Gegnern des
Herrn von Stumm dadurch Anlaß zu den gröblichsten Mißverständ—
nissen gegeben zu haben und kann nur noch hinzufügen, daß ich
damals durch die von Herrn von Stumm eröffnete Aussicht auf
einen innern Kampf auf Leben und Tod, in den schließlich auch
die christlich-soziale Richtung ausmünden werde, in tiefe und jeden—
falls auch meine damaligen Aeußerungen beeinflussende Gemütser—
regung versetzt worden war. Selbstverständlich habe ich Freiherrn
von Stumm alsbald nach Erscheinen jener Sensationsnachricht in
der „Frankfurter Zeitung“ über den Sachverhalt aufgeklärt und
um Entschuldigung gebeten, und er hat mir als Christ seine Ver—
zeihung ausgesprochen. Ich war daher überrascht, daß er nochmals
in Neunkirchen in so scharfer Weise auf diese persönliche Sache
zurückkam. Wie leicht namentlich in erregten Zeiten solche Fehler
vorkommen, die als Vertrauensbruch gedeutet werden können, be—
weist Freiherr von Stumm selbst, der seinerseits einen von mir
durchaus nicht zur Veröffentlichung bestimmten Privatbrief ohne
meine Zustimmung in seinen Organen hat veröffentlichen lassen.
Jedenfalls weise ich jede Absicht weit von mir, als ob ich einen
malitiösen Wort- und Vertrauensbruch an Freiherrn von Stumm
hätte begehen wollen.“
3. Freiherr non Stumm
und das „Evangelische Wochenblatt“.
IHabent sua fata libelli: Bücher, auch Blätter, haben ihre
Schicksale. Das gilt auch von dem „Neunkircher Evangelischen
Wochenblatt“. Nach Vorgang und Art anderer bewährter
Sonntagsblätter mit seinem auf Erbauung, Belehrung und Unter—
haltung abzielenden Inhalt im Juli 1874 gegründet, hat- es nun—
mehr eine 22jährige Geschichte hinter sich und kann von Freud und