Vorwort.
Durch die Neunkircher Rede des Freiherrn von Stumm
vom 12. April d. Is. mit ihren scharfen Angriffen auf uns,
sowie insbesondere durch die bedauerliche Hereinziehung der Person
Sr. Majestät und die inzwischen erfolgte Veröffentlichung des
kaiserlichen Telegrammsl'hat unser Konflikt mit Freiherrn von
Stumm eine weit über die Grenzen des Saargebietes hinaus—
gehende Bedeutung gewonnen. Damit der öffentlichen Meinung
ein gerechtes Urteil in dieser Sache ermöglicht werde, und zugleich
zur Verteidigung unserer so schwer verdächtigten persönlichen und
amtlichen Würde, sehen wir uns gensötigt, hiermit der Oeffent—
— D
Da Herr von Stumm als „besondere Veranlassung“ zu
seiner Rede unsere Erklärung vom 28. Jebruar d. Is. be—
zeichnet und dieselbe zum Ausgangspunkte für die gegen uns
gerichteten Angriffe gemacht hat, stellen wir diese an die Spitze.
Zur Begründung unserer Erklärung lassen wir dann folgen:
. einen von Herrn Kollegen Lentze privatim an den Herrn
Generalsuperintendenten Dr. Baur eingesandten Bericht,
2. din in unserer Ronferenz vom 12. März erstattetes Referat.
Wir glauben, daß durch beide, bereits vor der Neunstircher
Rede, also ohne Beziehung auf dieselbe, erstatteten Berichte die
Angriffe des Freiherrn von Stumm am besten als unbegründet
dargethan werden. Wir werden uns daher auf eine direkte
Polemik gegen diese Angriffe — abgesehen natürlich von denen,
welche persönlicher Natur sind, — nicht weiter einlassen als durch
gelegentliche Hinweise auf die Stumm'sche Rede und durch Ab⸗
druck unseres gegen dieselbe erhobenen Protestes.
Als zum Verständnis der Vorgeschichte unseres Konfliktes
notwendig, geben wir ferner einen Bericht über die Gründung
eines evangelischen Auskunftsbureaus und als Nachtrag einen