Full text : Freiherr von Stumm-Halberg und die evangelischen Geistlichen im Saargebiet

Persönliches

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derselben liegt, Wohnort des Pfarrers werde. Leider hatte der
gegen den Superintendenten gehegte Argwohn es nicht zugelassen, die
Verbindung von Brebach mit Scheidt ins Auge zu fassen. Als
dieser darauf aufmerksam machte, war es zu spät. Irgend welche
Schwierigkeit, wie es nach der Aeußerung in Neunkirchen scheinen
könnte, hat Herr Stumm damals bei der erstrebten Abtrennung
des Ortes Brebach von St. Arnual nicht gefunden, sondern im
Gegenteil durch den Superintendenten jede nur irgend mögliche
Förderung seines Wunsches.
Wodurch ist nun das bis dahin freundliche Verhältnis zwischen
dem Freiherrn von Stumm und dem Superintendenten gestört und
in das Gegeuteil verwandelt worden? Das geschah durch die
Wahlen zu dem nach dem Gefetz vom 30. Mai 1887 am 1. April
1888 ins Leben getretenen Kreistage. Den Wahlen vorausgegangen
war eine außerordentlich heftige Fehde zwischen den beiden hervor—
ragendsten Großindustriellen im Saarbrückischen, dem Herrn Ge—
heimrat Stumm und Kommerzienrat Karl Röchling, die ihre
Schatten auch auf diese Wahlen warf. Beim Herannahen derselben
zeigten sich sofort zwei Parteien, auf der einen Seite Herr Geheim—
rat Stumm mit seinem Gefolge, auf der anderen Seite alle, die
dieser Gefolgschaft sich nicht anschließen wollten, wie sie treffend
genannt wurde, die Partei der unabhängigen Männer. Zwischen
beiden Parteien mußte die Wahl getroffen werden. Als Vorsitzen—
der der Verwaltung des Stiftes St. Arnual, des zweitgrößten
Grundbesitzers des Kreises neben dem Fiskus, wurde auch der Super—
intendent in den Kampf gezogen. Zunächst suchte er dies zu ver—
meiden, indem er den Verwaltungsrat bat, einen anderen Vertreter
des Stiftes für die Kreistagswahl zu bestimmen. Allein es wurde
betont, daß der Vorsitzende immer als Vertreter des Stiftes in
ähnlichen Fällen gehandelt habe, und daß kein Grund vorhanden
sei, jetzt von der bisherigen Ordnung abzugehen. Den Auftrag ab—
zulehnen war unthunlich. Kurze Zeit vor der Wahl besuchte den
Superintendenten ein Herr, von dem dieser annehmen mußte, daß
er im Einverständnis mit Herrn Stumm handle, in Beglei—
tung eines anderen und fragte ihn, ob er letzterem bei der bevor—
stehenden Wahl seine Stimme geben wolle. Der Superintendent
entgegnete, daß er sich mit der Wahlfrage noch nicht befaßt habe,
er wisse noch nicht, wie die Verhältnisse lägen, welche Kandidaten
            
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