Full text : Freiherr von Stumm-Halberg und die evangelischen Geistlichen im Saargebiet

Ly.

Lericht

sibher

dte

Gründung eines evangelischen Auskunftsbureaus

im Saargebiete.

Das Bedürfnis nach einer Stelle, wo sich die Mitglieder
unserer evangelischen Arbeitervereine fachmännischen Rat in Fragen
der Arbeiterversicherungsgesetze, sowie in anderen mit ihrem Arbeits—
verhältnis zusammenhängenden Angelegenheiten holen könnten, trat
zuerst während des zweiten Streikes der Bergleute (Anfang 1891)
hervor. Derselbe war veranlaßt worden durch eine Revision des
Statutes des „Saarbrücker Knappschaftsvereins“. Die vorgenom—
mene Revision war einerseits von der Einführung des Gesetzes
über die Alters- und Invaliditätsversicherung, andererseits von der
Entwicklung des Knappschaftsvereins selbst gefordert und entsprach
durchaus dem Interesse der Bergleute. Trotzdem wurde von den
Führern des „Rechtschutzvereins“ eine lebhafte Agitation dagegen
entfaltet, die schließlich zum Streik führte. Die evangelischen Ar—
beitervereine begegneten dieser Agitation durch aufklärende Vor—
träge, zu denen sich unter anderen auch Herr Knappschaftsdirektor
Bergrat Münscher freundlichst bereit finden ließ. In der Thatsache,
daß der damalige Streik nur teilweise zum Ausbruch kam, dürfen
wir einen Erfolg erblicken, zu dem auch unsere Bemühungen mit—
gewirkt haben. In den damaligen Wirren trat eine große Unkenntnis
der Leute über ihre gesetzlichen Rechte und die Grenzen ihrer An—
sprüche hervor, durch welche sie häufig zu ganz unerfüllbaren
Forderungen verführt wurden. Neben der Streikbewegung selbst
zeigte sich infolgedessen als weitere Folge dieser Unkenntnis, daß
die Leute durch Prozesse und mit Hilfe von Winkeladvokaten und
            
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