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Protest.
Die scharfen Angriffe des Herrn Freiherrn von Stumm—
Halberg in der Neunkircher Wählerversammlung vom 12. April
d. Is. nötigen die unterzeichneten evangelischen Geistlichen zu fol—
gendem Protest:
1. Wir gehören der christlich-sozialen Partei älterer oder
jüngerer Richtung nicht an, sind auch nicht im Sinne derselben
politisch thätig gewesen und verurteilen die Auswüchse dieser wie
jeder anderen Partei. Wir protestieren gegen die von Freiherrn
von Stumm wenigstens indirekt gegen uns erhobene schwere An—
klage auf „antimonarchische und antichristliche Gesinnung“.
2. Wir haben weder gegen die Mittelparteien Front gemacht,
noch „das Kartell der reichsstreuen Wähler“ gesprengt, noch auch
uns durch den politischen Parteistreit und Zeitungskrieg zu
unserer „Erklärung“ bestimmen lassen. Wir protestieren daher
gegen die Beschuldigung, daß wir uns durch andere als durch kirch—
liche und sittliche Beweggründe hätten leiten lassen, und beklagen
tief den eingetretenen Riß, den nicht wir verursacht haben.
3. Wir fordern freien Raum für unfere christliche, monarchische
und soziale Thätigkeit in den von den Behörden oftmals gewünschten
evangelischen Arbeitervereinen. Wir protestieren auf das ent—
schiedenste gegen die Unterstellung, daß sie sich unter unserer Leitung
zu politischen und sozialen Kampfvereinen ausbilden könnten.
4. Wenn Freiherr von Stumm uns zu denjenigen „Herren“
gezählt hat, die denm Evangelischen Oberkirchenrat in un—
botmäßiger Weise entgegengetreten sind, was er sich befremdlicher—
weise „allenfalls gefallen lassen will“, so legen wir gegen eine
solche Beschuldigung Verwahrung ein, in der Ueberzeugung, daß
unsere christliche Denkart und die soziale Bethätigung derselben
ebenso wenig den Intentionen Seiner Majestät des Kaisers, unseres
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